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Mainz

Pendler fluchen über Sperrung der Schiersteiner Brücke – Angst vor Lokführerstreik

Das Debakel rund um die gesperrte Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz könnte bald noch größer werden. Das befürchten die regionalen Verkehrsverbände im Fall des von der Gewerkschaft GDL angekündigten Lokführerstreiks bei der Deutschen Bahn.

Noch immer voll für den Verkehr gesperrt ist die Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz.
Noch immer voll für den Verkehr gesperrt ist die Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz.
Foto: dpa

«Dann wird das Chaos noch größer», sagte der Vize-Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, Mathias Paul. Eine Sprecherin des Rhein-Main-Verkehrsbunds (RMV) sagte: «Man kann nur so viele S-Bahnen fahren, wie Fahrer dafür bereit sind.»

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) appellierte in einem Schreiben an die GDL, bei einem Streik die sehr außergewöhnliche aktuelle Lage in Rhein-Main im Blick zu haben. Ein Streik brächte ein «Verkehrschaos unbekannten Ausmaßes.»

Seit mehr als einer Woche ist die viel befahrene Schiersteiner Brücke über den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden nun schon gesperrt. An der Vorlandbrücke auf Mainzer Seite war am Dienstagabend vergangener Woche ein Lager an einem Pfeiler herausgebrochen, die Fahrbahn hatte sich abgesenkt. Das führt seitdem regelmäßig zu langen Staus. Zuletzt war der Fährverkehr ausgebaut worden, es fahren außerdem zusätzliche Züge.

Die Schwierigkeiten rund um die Brücke beschäftigten am Donnerstag auch den Innenausschuss des rheinland-pfälzischen Landtages. Minister Lewentz (SPD) sagte, die Schäden hätten nichts mit Verschleiß zu tun. Entstanden seien sie nach derzeitigen Erkenntnissen durch einen Bauunfall. «Die jetzt eingetretene Situation kam nicht mit Ansage.»

Die oppositionelle CDU-Fraktion sieht das anders. Der haushalts- und finanzpolitische Sprecher Gerd Schreiner sagte, diese «Riesen-Katastrophe» sei nicht aus heiterem Himmel gekommen. Während in Hessen auch eine neue Vorlandbrücke gebaut werde, werde auf rheinland-pfälzischer Seite an der bestehenden gearbeitet. «Diese Operation am offenen Herzen ist leider schiefgegangen», sagte Schreiner und sprach von «Planungs-Murks». Unions-Fraktionschefin Julia Klöckner brachte einmal mehr eine neue Rhein-Querung am Mittelrhein ins Spiel.

Lewentz und der technische Geschäftsführer des Landesbetriebs Mobilität, Bernd Hölzgen, wiesen den Vorwurf falscher Planung entschieden zurück. Hölzgen erklärte, der Schaden sei bei Arbeiten zur Verstärkung der Vorlandbrücke auf Mainzer Seite entstanden. Warum dies genau geschah, müsse noch geklärt werden. Naheliegend sei aber, dass Arbeiten und Schäden in einem Zusammenhang stünden. Die Verstärkung an der Vorlandbrücke sei für die künftige Verkehrsführung über die neue Brücke nötig, die neben der alten entsteht.

Mittlerweile sind der defekte Pfeiler und der Zwillingspfeiler nach Angaben Hölzgens gesichert. Bis zur Freigabe müssten die Fahrbahn mit hydraulischen Pressen wieder in die Ausgangslage gebracht und Risse verpresst werden. Dann könnten Ende März wieder bis zu 80 000 Autos pro Tag über die Brücke rollen. Wie teuer das werde, lasse sich noch nicht sagen. «Ich hoffe, dass wir nicht im Millionenbereich liegen», sagte Hölzgen. Das werde zunächst der Bund als Baulastträger zahlen.

Lewentz und Hölzgen unterstrichen, viele Brücken seien in die Jahre gekommen, die Verkehrslast stark gestiegen. Aber alle Brücken in Rheinland-Pfalz seien «stand- und verkehrssicher», sagte Hölzgen. «Wir sind keine Hasardeure.»

Rheinland-Pfalz
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