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    Neuwieder Schraubenhersteller Ruia ist schon wieder insolvent

    Erneuter Schock für die 350 Beschäftigten der Firma Ruia Global Fasteners in Neuwied-Niederbieber: Das Unternehmen ist zahlungsunfähig und hat einen Insolvenzantrag gestellt.

    Im Februar 2011 herrschte noch Optimismus: Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht (links) übergab symbolisch den Schlüssel an den neuen Eigentümer Pawan Ruia (Mitte). Robert Kendrick (rechts) war Vize-Präsident von Acument Europe und dann Chef der deutschen Ruia Fasteners AG.
    Im Februar 2011 herrschte noch Optimismus: Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht (links) übergab symbolisch den Schlüssel an den neuen Eigentümer Pawan Ruia (Mitte). Robert Kendrick (rechts) war Vize-Präsident von Acument Europe und dann Chef der deutschen Ruia Fasteners AG.

    Am Dienstag um 10 Uhr informieren die Arbeitnehmervertreter die Mitarbeiter im Rahmen einer Betriebsversammlung über die Lage.Die Belegschaft des Schraubenherstellers muss innerhalb kurzer Zeit erneut um die Arbeitsplätze fürchten. Der indische Ruia-Konzern hatte das Unternehmen erst vor ziemlich genau einem Jahr übernommen, nachdem der vorherige Eigentümer, die Firma Acument, im August 2009 in die Insolvenz gegangen war. Dem damaligen Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht war es gelungen, in Pawan Ruia aus Indien einen Investor zu finden, dem zunächst ein guter Ruf vorauseilte. Als Chef von weltweit 10 000 Arbeitnehmern traute man Ruia zu, das Ruder beim Automobilzulieferer Acument herumzureißen, zu dem auch die Werke in Beckingen, Neuss, Schrozberg und Köln gehören.

    Dem Konzernchef ist es offenbar nicht gelungen, das Unternehmen auf sichere Beine zu stellen. Bereits im Januar hat es nach Angaben der IG Metall mehrere Versuche gegeben, den indischen Inhaber zu bewegen, dringend benötigtes Kapital in sein neues deutsches Unternehmen einzubringen. Um die Lieferfähigkeit nicht zu gefährden, war nach Darstellung der Gewerkschaft der Schritt in die Insolvenz unumgänglich. „Bis jetzt gibt es keine Engpässe in der Belieferung der Kunden“, unterstreicht Markus Eulenbach, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Neuwied. Nach dem Willen der Belegschaft soll dies auch so bleiben. Dass die Kollegen in Niederbieber in dieser Frage zäh und zuverlässig sind, hatten sie bereits im Insolvenzverfahren der Jahre 2009 und 2010 bewiesen. Das Schraubenwerk in Niederbieber war stets lieferfähig und konnte auf diese Weise die Kunden, vor allem die Automobilhersteller, bei der Stange halten.

    Wie Eulenbach gestern Abend mitteilte, arbeiten die IG Metall, das Krisenmanagement und der Gesamtbetriebsrat gemeinsam an einem weiteren reibungslosen Ablauf der Produktions- und Lieferkette. Nach RZ-Informationen war es zuletzt ziemlich knapp: Einige Zulieferer hatten sogar schon ihre Lieferungen eingestellt. Nach Angaben von Heiko Reese, der bei der IG Metall die deutsche Ruia-Gruppe betreut, ist keiner mit der erneuten Insolvenz glücklich. „Für uns ist aber auch klar, dass es keine Zukunft mit der Ruia-Gruppe geben kann. Dafür wurden zu viele Versprechen gebrochen und das Unternehmen unnötig in eine schwierige Situation gebracht.“

    Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf. Er hat bereits erste Gespräche mit dem Management und den Arbeitnehmervertretern geführt. Alle Beteiligten haben erklärt, an der Fortführung des Unternehmens zu arbeiten, das in Deutschland eigentlich erfolgreich agiert. Der indische Mischkonzern Ruia mit Hauptsitz in Kalkutta hat sich offenbar bei seinen Firmenzukäufen übernommen. Seit 2005 expandiert Ruia im Reifen- und Automobilzulieferbereich. Zur Ruia-Group gehören die deutschen Automobilzulieferer Draftex und Schlegel. Der Mischkonzern betreibt außerdem ein Gesundheitszentrum und ist in der Stahlindustrie aktiv. Draftex hat auch schon den Gang in die Insolvenz antreten müssen. Anfang März musste die Geschäftsführung des Grefrather Unternehmens den entsprechenden Antrag stellen. Auch von dort heißt es, dass die Auftragsbücher eigentlich voll sind. Eine Woche vor Beginn des Insolvenzverfahrens hatte Ruia noch den Geschäftsführer abgelöst und einen indischen Manager installiert. Doch auch er konnte die finanziellen Engpässe nicht aus der Welt schaffen.

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