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Rheinland-Pfalz

Neustart im Nürburgring-Aufsichtsrat: "Aufräum-Trio" geht

Das Aufräum-Trio des Landes im Krisenaufsichtsrat der Nürburgring GmbH zieht sich zurück. Ernst Schwanhold (SPD), Ex-Wirtschaftsminister in NRW, Ex-Finanzminister Gernot Mittler (SPD) sowie Ex-Landesbankchef Friedhelm Plogmann erklären ihren Auftrag für „erledigt“, wie Schwanhold und Mittler unserer Zeitung sagen.

Das Mandat war „von Anfang an nicht auf Dauer angelegt“. Dies wollte keiner zu früh erklären, „um nicht sofort als lahme Ente zu gelten“. Eine der letzten Entscheidungen: Regressforderungen an den gefeuerten Ring-Manager Walter Kafitz, dem schweres Versagen vorgeworfen wird.

Langen neuer Chef?

Über die Nachfolger entscheidet das Kabinett womöglich schon heute. Als neuer Aufsichtsratschef in einer Runde von Ministerialbeamten ist der langjährige Abteilungsleiter Jochen Langen (CDU, Bingen) im Gespräch, der auch wichtige Verhandlungen mit der Lindner-Hotelgruppe in den vergangenen Monaten geführt hat. Minister und Staatssekretäre gehören dem Kontrollgremium künftig nicht mehr an. Unterdessen ist auch damit zu rechnen, dass sich der Kreis Ahrweiler aus dem Aufsichtsrat zurückzieht.

Seit dem 1. Mai ist die Nürburgring GmbH, die zu 90 Prozent dem Land und zu 10 Prozent dem Kreis Ahrweiler gehört, nur noch Besitzerin der für 350 Millionen Euro in die Eifel geklotzten Hotels, der Gastronomie- und Feriendörfer und des Freizeitparks mit noch defekter Achterbahn. Überspitzt gesagt: Sie verwaltet vor allem die Schulden. Betrieben wird die komplette Anlage vom Hotelier Jörg Lindner und dem ehemaligen Privatinvestor Kai Richter. Über deren Pacht sollen die Zinsen eingefahren werden.

Schwanholds Fazit als Aufsichtsratschef fällt gemischt aus. Er hatte nach dem Rücktritt von Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) die Kontrolle in dem verlustreichen Landesunternehmen übernommen. Er spricht von „einer Herausforderung“, die er im normalen Geschäftsleben nicht erwartet hätte. Ein solches Management hat er noch nicht erlebt: „Da fühlte sich jeder für alles zuständig, aber für nichts verantwortlich.“ Das neue Konzept hält Mittler für „einen guten Grundansatz, der jetzt zum Gelingen geführt werden muss“. Dafür sieht Schwanhold gute Voraussetzungen. Dabei geht er davon aus, dass im nur mäßig besuchten Freizeitpark neue Akzente gesetzt werden.

Pföhler will kein Risiko

Über die künftige Rolle des Minderheitsgesellschafters Kreis Ahrweiler am Nürburgring wird zäh verhandelt. Der Landrat Jürgen Pföhler (CDU) und langjährige Vize-Aufsichtsratschef drängt beim Land auf eine Null-Risiko-Absicherung. Dabei will der Verwaltungschef, der Deubel bei gewaltigen Ausbauplänen vehement unterstützt hat, den Kreis jetzt „auf den Status vor dem Projekt Nürburgring 2009 fokussieren“. Heute sieht Pföhler, dass es nicht Aufgabe des Kreises ist, „am Besitz und Betrieb von Hotels, Restaurants, einem Feriendorf oder einer Diskothek beteiligt zu sein. Das wäre ein paar Schuhnummern zu groß“.

Ursula Samary und Uli Adams

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