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Rheinland-Pfalz

Nach Missbrauch die Regel: Lehrer muss gehen

Im Neuwieder Sex-Lehrer-Fall spielte es strafrechtlich eine Rolle, ob der Lehrer nur Vertretungsstunden gab und ob deshalb kein besonderes Obhutsverhältnis zu der 14-jährigen Schülerin bestand. Da er kein Klassen- oder Fachlehrer war, wurde er strafrechtlich freigesprochen. Die Sanktion eines Berufsverbots kann ihm aber immer noch drohen.

Rheinland-Pfalz. Im Neuwieder Sex-Lehrer-Fall spielte es strafrechtlich eine Rolle, ob der Lehrer nur Vertretungsstunden gab und ob deshalb kein besonderes Obhutsverhältnis zu der 14-jährigen Schülerin bestand. Da er kein Klassen- oder Fachlehrer war, wurde er strafrechtlich freigesprochen. Die Sanktion eines Berufsverbots kann ihm aber immer noch drohen.

Denn disziplinarrechtlich wird unabhängig davon unterschieden, ob ein besonderes Abhängigkeits- und Obhutsverhältnis zwischen Lehrer und Schüler besteht, wie ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Koblenz zeigt. „Sexuelle Handlungen zwischen Lehrern und minderjährigen Schülern führen grundsätzlich zur Entfernung aus dem Dienst“, heißt es (Az. 3 A 11426/11/OVG).

Dies gilt auch bei „einem (vermeintlichen) Einverständnis des Schülers“ mit den sexuellen Handlungen eines Lehrers.

Die Verwaltungsrichter stellen auch klar: Auch unabhängig vom Alter der Schüler stellen sexuelle Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern immer ein Dienstvergehen dar, also auch bei Volljährigen. Bei Minderjährigen aber gilt verschärfend: „In der Regel wird ein Lehrer aus dem Dienst entfernt“, so ein Gerichtssprecher. Im konkreten Fall spürte diese Konsequenz der Lehrer einer pfälzischen Förderschule. Er hatte mit Schülern der sechsten bis zehnten Klassen ein Freizeitbad besucht und sich dabei an einem 14-jährigen Jungen vergangen. Dabei war er auch vom Bademeister beobachtet worden, der als Zeuge aussagen konnte.

In dem konkreten Fall betont das Urteil auch, dass das Maß der strafrechtlichen Verurteilung für disziplinarrechtliche Konsequenzen nicht ausschlaggebend ist. Zu den dienstlichen Pflichten gehöre es, dass die Eltern darauf vertrauen können, dass Lehrer die Nähe zu Schülern „nicht zur Verfolgung eigener Bedürfnisse ausnutzen“. Da sexuelle Übergriffe auf Minderjährige in höchstem Maße schädliche Auswirkungen auf die seelische und soziale Entwicklung hätten, seien „solche Handlungen grundsätzlich mit der disziplinarischen Höchstmaßnahme zu ahnden“. Da spielte es auch keine Rolle, dass der Lehrer aus der Pfalz nur bei einer Tat aufgefallen war.

Von unserer Redakteurin Ursula Samary

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