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Limburg

Mitschülerin drangsaliert und sexuell genötigt: Dauerarrest und Arbeitsstunden für zwei 15-Jährige

Zwei 15-jährige Schüler haben eine gleichaltrige Mitschülerin über vier Wochen lang gemobbt. Sie haben das Mädchen regelmäßig drangsaliert, gedemütigt und mit sexuellen Anspielungen beleidigt...

Mobbing in der Schule ist längst kein Einzelfall mehr. Betroffene sollten sich schnell Rat und Hilfe suchen.
Mobbing in der Schule ist längst kein Einzelfall mehr. Betroffene sollten sich schnell Rat und Hilfe suchen.

Limburg – Zwei 15-jährige Schüler haben eine gleichaltrige Mitschülerin aus ihrer Klasse über vier Wochen lang gemobbt. Sie haben das Mädchen in der Schule regelmäßig drangsaliert und gedemütigt, mit sexuellen Anspielungen verbal beleidigt, auch beschimpft und ihr an die Brüste gefasst. Sie warfen sie auf den Boden, legten sich auf sie und fassten sie an. Das Erniedrigen einer Schwächeren war für die beiden Schüler offenbar ein Machtspiel.

Diese Vorgänge aus einer Schule im Kreis Limburg-Weilburg wurden der Polizei zugetragen und wurden Anfang April vor dem Jugendrichter des Limburger Amtsgerichts in nicht öffentlicher Sitzung verhandelt. Die Staatsanwaltschaft sah sich veranlasst, dem Verhalten der beiden Jugendlichen einen Riegel vorzuschieben. Denn solche Taten gehen weit über ungebührliches Verhalten hinaus, das eine Schulleitung beziehungsweise das Staatliche Schulamt mit den ihnen zur Verfügung stehen Mitteln ahnden können.
Der Jugendrichter bestrafte die beiden Schüler wegen gemeinschaftlich begangener sexueller Nötigung zu jeweils zwei Wochen Dauerarrest. Sie müssen an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen und jeweils 60 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten. Außerdem wurden sie für die
Dauer eines Jahres einem Betreuungshelfer unterstellt.
Mit diesen Strafen waren die beiden Jugendlichen nicht einverstanden und legten mit ihren Verteidigern Berufung ein. Vor allem empfanden sie den Dauerarrest für überzogen. Deshalb wurde der Sachverhalt jetzt vor der 1. kleinen Jugendkammer des Limburger Landgerichts neu aufgerollt. Mehrere Mitschüler und ein Lehrer wurden als Zeugen vernommen. Doch die Berufungskammer fand keinen Grund, das vom Jugendrichter verhängte Urteil abzumildern, zumal die Schüler nach Angaben des Pressesprechers des Landgerichts, Dr. Andreas Janisch, nur eingeschränkte Einsicht in ihr Handeln gezeigt hätten. Die Entscheidung sei rechtskräftig.
Janisch sagte auf Anfrage weiter, es könne nicht geduldet werden, dass eine Mitschülerin derart eingeschüchtert und psychisch fertiggemacht wird, dass sie wer weiß wie lange darunter zu leiden habe. Schüler seien sich der Tragweite ihres Handelns oft nicht bewusst. Deshalb könne dieser Vorfall vielleicht zum Nachdenken Anlass geben und einen Beitrag zur Aufklärung leisten. Im Erwachsenenstrafrecht sehe der Gesetzgeber für solche Vergehen eine Haftstrafe nicht unter zwei Jahren vor. Das Jugendstrafrecht kenne diesen Strafrahmen nicht. Maßgebend sei hier die erzieherische Einwirkung auf die jugendlichen Angeklagten. Dieter Fluck

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