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    Mißbrauchshotline: Jetzt melden sich schwere Fälle

    Der große Ansturm ist vorüber – und dennoch erfüllt die kirchliche Telefonhotline für Missbrauchsopfer nach wie vor eine wichtige Funktion. „Im Moment melden sich viele Menschen, die besonders schwer belastet sind“, erläutert Andreas Zimmer, der Leiter des Beratungsangebots.

    Rheinland-Pfalz. Der große Ansturm ist vorüber – und dennoch erfüllt die kirchliche Telefonhotline für Missbrauchsopfer nach wie vor eine wichtige Funktion. „Im Moment melden sich viele Menschen, die besonders schwer belastet sind“, erläutert Andreas Zimmer, der Leiter des Beratungsangebots.

    „Viele von ihnen sind in ihrem Leben immer wieder missbraucht worden: in der Familie, in der Kirche, am Arbeitsplatz“, so Zimmer. Diese schwer traumatisierten Opfer brauchen oft viel länger, bis sie sich zu einem Anruf durchringen können. Sie schließen ihr Leid lange in ihrem Innern ein. „Darunter sind einige Fälle, die in den 50er- und 60er-Jahren Missbrauch erlebt haben und sich erst jetzt offenbaren können“, zeigt Hotline-Leiter Zimmer auf.

    Rückblick: Auf dem Höhepunkt der Debatte um jahrelang vertuschten Missbrauch in der katholischen Kirche wurde 13 300 Mal versucht, das neu eingerichtet Beratungsangebot zu nutzen. Damals – im März/April 2010 – kam nur ein Bruchteil der Opfer zu einem der Mitarbeiter durch. Inzwischen rufen an den Beratungsnachmittagen und -abenden (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag) jeweils 20 Menschen an. Dazu kommen noch weitere Online-Kontakte.

    Alles ist anonym. Den Opfern wird zugehört, die Berater können ihnen zudem therapeutische Hilfen vermitteln. Wer möchte, kann sich anschließend an die Berater in seiner jeweiligen Heimatdiözese wenden. Die bundesweite Hotline ist nur deswegen im Bistum Trier ansässig, weil der dortige Bischof Stephan Ackermann Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist.

    „Derzeit wenden sich auch Menschen an uns, die wegen der neuen kirchlichen Leitlinien verunsichert sind“, weiß Zimmer. Er stellt klar: Alle Gespräche sind selbstverständlich vertraulich. Nichts geht an die Staatsanwaltschaft. Im September 2011 läuft die Hotline aus, dann endet die Amtszeit von Bischof Ackermann als Missbrauchsbeauftragter. Auch danach wird sich die katholische Kirche um die Opfer kümmern. In welcher Form, ist offen.

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

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