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    Mainz

    Mehr als jede dritte Straftat nicht aufgeklärt: "Hoch mobile Diebesbanden" unterwegs

    Die Polizei hat 2015 in Rheinland-Pfalz mehr als jede dritte Straftat nicht aufklären können. Dennoch steigerte sich die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Punkte auf 62,7 Prozent, wie Innenminister Roger Lewentz am Montag in Mainz bei der Vorstellung der Kriminalstatistik mitteilte. Das sei der höchste Wert an Rhein und Mosel seit Einführung der bundeseinheitlichen Statistik vor 45 Jahren.

    Rheinland-Pfalz sei eines der sichersten Länder der Republik, so Lewentz weiter, obwohl die Polizei im Jahr 2015  273.491 Straftaten im Land - 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr - registriert hat. Die deutschlandweite Kriminalstatistik 2015 stellt Bundesinnenminister Thomas de Maizière laut Lewentz erst in etwa einem Monat vor.

    In Rheinland-Pfalz stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich um 22,4 Prozent auf 7125. Das entsprach dem bundesweiten Trend, hier stieg die Zahl laut Medienberichten allerdings nicht ganz so stark - um 9,9 Prozent. Laut einem Bericht der Zeitung «Die Welt» vom vergangenen Mittwoch sollen die Wohnungseinbrüche in Deutschland 2015 sogar den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht haben.

    Nach Worten von Lewentz blieb es in Rheinland-Pfalz bei fast der Hälfte aller Fälle bei einem Versuch - zum Beispiel weil die Wohnung gut gesichert war. Die traditionell niedrige Aufklärungsquote bei dieser Kriminalität stieg immerhin von 13,9 auf 15,3 Prozent.

    Lewentz sprach von hoch mobilen Diebesbanden, gegen die er Anfang 2015 in den fünf Polizeipräsidien im Land eigene Ermittlungseinheiten eingerichtet habe. «Bis Anfang März 2016 haben die Arbeitsgruppen schon nahezu 80 Ermittlungskomplexe mit rund 1500 Straftaten erkannt. Dabei stehen 224 Tatverdächtige im Visier», berichtete der Minister.

    Die CDU-Opposition im Landtag kritisierte mit Blick auf Einbrüche: «Eine Steigerung um über 22 Prozent, also um mehr als ein Fünftel, ist kein Betriebsunfall, sondern offenbart eklatante Mängel in der von Innenminister Lewentz zu verantwortenden Sicherheitsarchitektur.»

    Zum islamistischen Terror sagte der Ressortchef: «Ich bin froh, dass wir aktuell keine Verbindungen der Anschläge von Frankreich und Belgien nach Rheinland-Pfalz ziehen können.» Die sechs sogenannten Gefährder, die im Bundesland wohnten, seien besonders im Fokus. Nach den blutigen Attentaten im März in Brüssel hätten die rheinland-pfälzischen Sicherheitsbehörden geschaut: «Sind die noch dort? Wie verhalten die sich?» Nähere Details nannte Lewentz nicht.

    Gegen Flüchtlingsunterkünfte im Land kam es 2015 laut Statistik zu 29 «rechtsmotivierten Straftaten» (2014: 1), darunter acht Gewaltdelikte wie Brandstiftung. «Zum Glück gab es keine Verletzten», sagte der Minister. Brandanschläge seien oft schwer aufzuklären. Als Beispiel nannte Lewentz die Entzündung des Flachdaches eines damals noch unbewohnten Flüchtlingsheims im pfälzischen Limburgerhof im Mai 2015. Das Gebäude liege am Rande der Gemeinde und könne mit einem nachts geschleuderten Brandsatz leicht angegriffen werden. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt.

    Kriminalstatistik 2015

    dpa/aga/jdl

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