40.000
Aus unserem Archiv

Mainzer Uniklinik muss massiv sparen

Mainz – Die Mainzer Universitätsklinik rechnet in diesem Jahr mit bis zu 15 Millionen Euro Verlust – und wird deshalb auch Personal abbauen. Patienten sollen in der Ambulanz auch abgewiesen werden.

Haupteingang der Universitätsklinik Mainz
Schlechte Zeiten für die Universitätsklinik Mainz.
Foto: Werner Baum/Archiv – DPA

Eine Sprecherin der Mainzer Uni-Klinik sagte am Mittwoch, um der fianziellen Schieflage gegenzusteuern, werde die Universitätsmedizin Stellen abbauen, Material einsparen und medizinische Leistungen einschränken. Der neue Wirtschaftsplan 2013 sieht vor, 240 freiwerdende Stellen nicht mehr zu besetzen. Im Januar 2013 arbeiteten 5672 Vollzeit-Mitarbeiter an der Uniklinik – die Klinikleitung hatte aber nur 5318 Vollzeitstellen eingeplant. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben – und von den Maßnahmen "weitgehend ausgenommen" werden der Pflegedienst und hier vor allem die hoch spezialisierten Bereiche der Intensiv- und OP-Pflege: In diesen Bereichen ist ohnehin schwierig, qualifizierte Bewerber zu finden.

Zur Einschränkung medizinischer Leistungen gehört auch, dass die Ambulanzen Patienten abweisen werden. Rund 100.000 kommen jährlich mit Überweisungsschein, rechnet die Uniklinik vor – Geld erhält sie aber nur für 83.000. „Solange keine auskömmliche Finanzierung und Kostendeckung gewährleistet ist, sieht der Vorstand sich gezwungen, die Fälle stringent auf die vertraglich fixierte Zahl von 83.000 zu limitieren“, so der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. „Wir sind uns bewusst, dass dieser Schritt große Diskussionen bei den betroffenen Patienten auslösen wird." Derzeit sehe man aber keine andere Alternative, wenn der Vertrag nicht geändert werde.

Entlastung erhofft sich Pfeiffer von der neuen ärztlichen Bereitschaftszentrale, die Mitte April am Katholischen Klinikum St. Vincenz eröffnet. „Zu uns kommen jährlich 14 000 Patienten, die zum Hausarzt oder in die Bereitschaftszentrale gehören. Wir werden künftig darauf achten, dass Hausarztfälle nicht in die Notaufnahme, sondern 800 Meter weiter in die neue Bereitschaftszentrale gehen.“

Die Leitung will auch den Materialverbrauch senken und kündigte ein «knappes und diszipliniertes Wirtschaften» an. Abteilungsleiter erhalten künftig ein festes Budget, mit dem sie arbeiten müssen. Leistungen, mit denen die Uniklinik Verlust macht, sollen zurückgefahren werden. Der Vorstandsvorsitzende Norbert Pfeiffer erklärte: «Die Entwicklung der Krankenhausfinanzierung bereitet uns zunehmend Kopfzerbrechen.» Die chronische Unterfinanzierung der deutschen Hochschulmedizin sei auch in Mainz täglich spürbar.

Die CDU-Landtagsfraktion forderte die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf, Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) aus dem Aufsichtsrat zu entfernen: «Unter der Aufsichtsratsvorsitzenden Ahnen ist die Universitätsmedizin zunehmend in eine finanzielle Schieflage geraten», erklärt die Fraktion. Das Wissenschaftsministerium wies die CDU-Kritik zurück.

Rheinland-Pfalz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Lokalticker
  • Regionalsport
  • Newsticker
Das Wetter in der Region
Freitag

15°C - 27°C
Samstag

15°C - 29°C
Sonntag

17°C - 29°C
Montag

17°C - 29°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Anzeige
Anzeige
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!