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    Mainzer Genossen lassen OB Beutel fallen

    In der Mainzer SPD brodelt es siedend heiß: Weil bekannt wurde, dass Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) bei einer Delegiertenreise in Ruanda eine Hotelbar-Rechnung nicht beglichen hat (unsere Zeitung berichtete), sind die Sozialdemokraten in der Landeshauptstadt in großer Sorge, dass sie am Ende die politische Zeche zahlen müssen.

    Jens Beutel.
    Jens Beutel.
    Foto: dpa

    Mainz - In der Mainzer SPD brodelt es siedend heiß: Weil bekannt wurde, dass Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) bei einer Delegiertenreise in Ruanda eine Hotelbar-Rechnung nicht beglichen hat (unsere Zeitung berichtete), sind die Sozialdemokraten in der Landeshauptstadt in großer Sorge, dass sie am Ende die politische Zeche zahlen müssen.

    Vor allem sind die Mainzer Genossen empört, dass ihr OB, der in der Affäre wenig Einsicht zeigt, entgegen seiner öffentlichen Ankündigung die offene Rechnung bei Minister Roger Lewentz (SPD) immer noch nicht beglichen: "Beutel hat es wohl vergessen", teilte das Ministerium auf Anfrage unserer Zeitung lapidar mit. Lewentz hatte die offene Rechnung Beutels in Ruanda beglichen.

    "Es ist richtig peinlich und ärgerlich, vor allem die Gleichgültigkeit, mit der der OB auf solche Vorwürfe reagiert," sagte Johannes Klomann, SPD-Fraktionssprecher im Mainzer Neustadt-Ortsbeirat. "Es scheint ja schon häufiger der Fall gewesen zu sein, und ich habe nicht den Eindruck, dass ihm klar ist, dass er einen Fehler gemacht hat." Deutlich wird auch Gerhard Heck (Altstadt-SPD): "Wenn man nur zehn oder 20 Euro für einen sechstägigen Aufenthalt in einem afrikanischen Land umtauscht, reicht das nicht einmal für das Trinkgeld an das Zimmermädchen. Das empfinde ich grundsätzlich als sehr schofel." Vor allem mit dem fehlenden Unrechtsbewusstsein haben die Genossen jetzt offenbar ein Problem: Parteiintern ist längst bekannt, dass Beutel sich gern mal einladen lässt. "Das ist ein Verhalten, das alle, die ihn kennen, ihm auch zutrauen," lässt Edgar Rößler (Altstadt-SPD) kein gutes Haar an seinem Parteifreund.

    Aus Mombacher Parteikreisen - dort wohnt Beutel - heißt es inoffiziell sogar: "Der bezahlt doch nie etwas." Die Mombacher Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geißler drückt sich da diplomatischer aus: "Ich halte es für total unglücklich. In der Partei ist das Unverständnis über das ein oder andere deutlich zu spüren." Werden die Genossen nicht namentlich zitiert, fällt allerdings alle Diplomatie auch bei den Mandatsträgern: "Die Empörung stand allen ins Gesicht geschrieben", berichtet ein Ratsmitglied aus der jüngsten Sitzung der SPD-Rathausfraktion. "Er bringt seine Person und seine Partei in Schwierigkeiten," sagt Altstadt-Genosse Rößler.

    Vor allem bereitet den Sozialdemokraten Sorge, dass ihr Ruf insgesamt unter der Affäre leidet. "Man steht ja unter Generalverdacht, dass das Stil von Politik ist."

    Von unseren Redakteuren Joachim Knapp, Claudia Renner und Armin Thomas

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