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Mainz

Lehrer wollen gleiches Geld für gleiche Arbeit

In der neuen Realschule plus arbeiten Haupt- und Realschullehrer Seite an Seite – und werden unterschiedlich bezahlt. Die Lehrergewerkschaften, allen voran der Verband Bildung und Erziehung (VBE), halten das für ungerecht. Ihr Motto lautet: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“.

Mainz – In der neuen Realschule plus arbeiten Haupt- und Realschullehrer Seite an Seite – und werden unterschiedlich bezahlt. Die Lehrergewerkschaften, allen voran der Verband Bildung und Erziehung (VBE), halten das für ungerecht. Ihr Motto lautet: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“.

In Rheinland-Pfalz läuft seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 eine umfassende Schulstrukturreform. Alle Haupt- und Realschulen werden schrittweise zusammengeführt. Die Regionalen Schulen und Dualen Oberschulen sind bereits in der neuen Schulart aufgegangen. Bis zum Schuljahr 2013/2014 soll die Reform abgeschlossen sein. Dann wird es keine Hauptschulen mehr geben und nur noch ein zweigliedriges System, das durch Gesamtschulen ergänzt wird.

Im Landtagswahlkampf machen nun Lehrerverbände mobil. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat kürzlich eine Postkartenaktion gestartet. In diesen Tagen läuft eine VBE-Plakataktion in den Schulen an. Die Forderung lautet: Gleichstellung der Lehrer aller Lehrämter. Mit der Schulstrukturreform müsse eine Strukturreform des Lehrerberufs einhergehen. Es sei „eine soziale Ungerechtigkeit, dass Lehrer für die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt werden“, klagt VBE-Landesgeschäftsführer Hjalmar Brandt. Die Unterschiede beträfen nicht nur Lehrer an den Realschulen plus, sondern auch an Grund- und Förderschulen und Gymnasien. „Es gilt noch immer die Devise kleine Kinder, kleine Gehälter – das kann nicht sein“, sagt Brandt. Bestätigt fühlt man sich durch eine bundesweite Forsa-Umfrage, in der 71 Prozent der Befragten meinten, es sei nicht gerechtfertigt, dass Lehrer an Grundschulen weniger Geld bekommen als an weiterführenden Schulen. Laut VBE bekommen Grund- und Hauptschullehrer in der Besoldungsgruppe A12 ein Grundgehalt von 3520 Euro brutto. Realschul- und Förderschullehrer würden hingegen nach A13 mit 3926 Euro entlohnt. Ein Oberstudienrat am Gymnasium bekäme nach A14 4270 Euro.

Nicht nur die Gehaltsunterschiede sorgen für Unmut bei den Lehrerverbänden. Zwischen den verschiedenen Lehrergruppen lägen in Ausbildung, Arbeitszeit, Status und Aufstiegsmöglichkeiten Welten. Die Reform der Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz hält der VBE für unzureichend, weil nur ein weitgehend gemeinsames Grundstudium eingeführt werde, aber in der Masterphase alles wieder auseinanderlaufe. Damit solle das seit den 70er-Jahren geltende, veraltete Dienstrecht zementiert werden. Dieses unterscheide die Lehrergruppen wie ehedem in einer Hierarchie.

Derzeit klopfen die Lehrerverbände die politische Landschaft ab. Doch GEW-Chef Klaus-Peter Hammer weiß: Es sind dicke Bretter zu bohren. „Selbst die CDU hat uns keine Hoffnung gemacht.“ Hintergrund dürfte sein, dass eine finanzielle Gleichstellung der Lehrer teuer wird. Alleine die gleiche Bezahlung von Haupt- und Realschullehrern in der neuen Realschule plus den Landeshaushalt mit jährlich 20 Millionen Euro belasten. Das Land hat bereits festgelegt, dass Lehrer im Studium zur Realschule plus künftig generell nach A13 besoldet werden. „Ein erster, wichtiger Schritt“, findet GEW-Chef Hammer. Er zeigt sich kompromissbereit und schlägt einen Stufenplan vor. „Man könnte zuerst mit der besseren Entlohnung der älteren Kollegen beginnen.“

Das Land verweist hingegen auf bundesweit geltende Grundsätze. Seit Jahren gebe es Lehrkräfte mit unterschiedlicher Ausbildung und Besoldung, sagte Ministeriumssprecher Wolf-Jürgen Karle. „Für derzeitige Hauptschullehrer gibt es schon seit langem die Möglichkeit der Aufstiegsprüfung mit Folge einer höheren Besoldung nach erfolgter Weiterqualifizierung“, sagt Sprecher Wolf-Jürgen Karle. Eine Dienstrechtsreform, die voraussichtlich Anfang 2012 in Kraft treten solle, biete Lehrkräften neue Aufstiegsmöglichkeiten.

Von Frank Giarra

Rheinland-Pfalz
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