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    Neuwied

    Lebensspende mit Hindernis sorgt für Wirbel

    Als "Tag der Lebensspende" sollte der gestrige Mittwoch darauf aufmerksam machen, dass Stammzellenspender Leben retten können und nach wie vor händeringend gesucht werden. Und gerade weil das so ist, hat ein fast gescheiterter Spendenversuch in Neuwied kürzlich für reichlich Wirbel gesorgt: Astrid Hadzelek aus dem Stadtteil Engers war erst hocherfreut und wenig später "wütend - und das richtig", wie sie auch via Facebook mitteilte, wo Hunderte in ihre Verärgerung einstimmten.

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    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

    Doch was war passiert? Astrid Hadzelek hatte sich in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen und daraufhin später ein Schreiben erhalten, dass sie möglicherweise als Spenderin für einen lebensgefährlich erkrankten Menschen infrage komme. "Ein schönes Gefühl, unbeschreiblich", erzählt sie.

    Um sicherzugehen, dass es passt, sollte sie innerhalb von fünf Tagen eine Blutprobe abgeben. Da ein verlängertes Wochenende bevorstand, rief sie unverzüglich bei ihrem Hausarzt an. Doch obwohl sie sich bezüglich der Uhrzeit flexibel zeigte und auf die Dringlichkeit hinwies, sah man sich dort nicht in der Lage, rechtzeitig zur Tat zu schreiten. "Bei einem Aufwand von vielleicht fünf Minuten", schimpft Hadzelek. Sie scheiterte auch bei einer zweiten Arztpraxis, ehe sie sich an ein Neuwieder Krankenhaus wandte. "Verbunden, weiterverbunden, dann endlich die Ablehnung mit der Begründung, dass man das dort nicht machen könne. Man wisse nicht, wie man das dann abrechnen kann. Der Hammer!", schreibt sie und betont: "Dabei geht es um Leben und Gesundheit eines Menschen." Und deswegen ließ sie sich auch nicht entmutigen, sondern hatte beim vierten Versuch - dieses Mal wieder in einer Arztpraxis - endlich die Möglichkeit, sich Blut abnehmen zu lassen für einen unbekannten Menschen.

    Ärzteobfrau ist erstaunt

    Von unserer Zeitung auf den Fall angesprochen, ist Neuwieds Ärzteobfrau Dr. Anja Meurer erstaunt. Zwar sei es grundsätzlich so, dass eine solche Blutentnahme für den Arzt mit Aufwand verbunden ist - weil zum Beispiel ein Termin mit einem Laborboten vereinbart werden muss - und auf der anderen Seite nicht alles bezahlt wird. In der Regel würden es die Kollegen aber machen. "Es gibt ein Zähneknirschen, weil wir so vieles machen sollen. Aber bei Blutabnahmen für die DKMS kann ich mir bei höchstens 10 bis 15 Prozent vorstellen, dass sie es ablehnen, weil es kein Geld dafür gibt. Und für die in Rede stehenden Kollegen gilt das bestimmt nicht", sagt sie und vermutet ein Missverständnis: "Vielleicht war einfach die falsche Sprechstundenhilfe am Telefon und hat nicht richtig zugehört."

    Vielleicht doch nur ein Einzelfall

    Auch DKMS-Pressesprecher Klaus Ludwiczak glaubt an einen Einzelfall: "Es verwundert mich schon, dass die Frau von Pontius zu Pilatus laufen musste. Ähnliche Beschwerden von Spendern über Hausärzte habe ich bislang glücklicherweise nicht gehört", sagt er und macht darauf aufmerksam, dass die Blutabnahme mit der DKMS abgerechnet werden kann. "Viele Ärzte wissen wohl leider noch nicht, dass sie uns eine Rechnung schreiben können. Eine Typisierung kostet 50 Euro, die wir gern übernehmen." Schließlich finde immer noch jeder fünfte Patient keinen passenden Spender. Daher appelliert Ludwiczak an die Bürger: "Lasst euch registrieren!"

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