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    Rheinland-PfalzLand will Formel 1 nicht ziehen lassen

    Sebastian Vettel geht als Weltmeister an den Start, Rennsport-Legende Michael Schumacher hat bereits eine eigene Kurve, und in der Region um den Nürburgring brummt es wieder. Erlebt der Eifelkurs wegen seiner tiefroten Zahlen am Sonntag trotzdem sein vorläufig letztes Formel-1-Rennen? Das ist noch nicht ausgemacht. Denn nach dem rot-grünen Zickzack-Kurs vom Wochenende steht für beide Mainzer Koalitionspartner wieder fest: Das Land will die Formel 1 nicht einfach davondüsen lassen. Wenn Renn-Tycoon Bernie Ecclestone (80) mitspielt, kommt also die Königsklasse 2013 wieder in die Eifel.

    Foto: dpa

    Rheinland-Pfalz. Sebastian Vettel geht als Weltmeister an den Start, Rennsport-Legende Michael Schumacher hat bereits eine eigene Kurve, und in der Region um den Nürburgring brummt es wieder. Erlebt der Eifelkurs wegen seiner tiefroten Zahlen am Sonntag trotzdem sein vorläufig letztes Formel-1-Rennen?

    Das ist noch nicht ausgemacht. Denn nach dem rot-grünen Zickzack-Kurs vom Wochenende steht für beide Mainzer Koalitionspartner wieder fest: Das Land will die Formel 1 nicht einfach davondüsen lassen. Wenn Renn-Tycoon Bernie Ecclestone (80) mitspielt, kommt also die Königsklasse 2013 wieder in die Eifel.

    Foto: dpa

     

    Rennen soll weniger Defizit einfahren

    Nur steht vor dem Vertragspoker schon fest: „Wir können die Formel 1 nicht um jeden Preis halten.“ Das erklären der Chef der Nürburgring Automotive GmbH, Jörg Lindner, wie auch der für den Ring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD), der mit Ecclestone verhandeln will. Die Vorgabe: Das Land darf nicht erneut auf einem Defizit von 13,5  Millionen Euro sitzen bleiben.

    "Handelsblatt": Defizit für Formel-1 am Ring noch höher als erwartet

    Mindestens 13,5 Millionen, denn wie das "Handelsblatt" in seiner Freitagsausgabe berichtet, soll das Defizit des Formel-1-Rennens am Nürburgring noch viel höher als erwartet ausfallen. Es werde bei dem Rennen an diesem Wochenende mit einem Verlust von mindestens 17 Millionen Euro gerechnet, schreibt die Wirtschaftszeitung.

    Das Blatt beruft sich bei seinen Informationen auf Regierungskreise. Ein Sprecher des zuständigen Infrastrukturministeriums in Mainz wollte die Angaben auf Anfrage aber nicht bestätigen: «Diese Zahl ist mir unbekannt.» 

    Wie auch immer die exakte Zahl lautet und wie kräftig das Defizit am Ring geschrumpft werden soll - es gilt: In jedem Fall müsste Ecclestone deutlich weniger als 20 Millionen Euro an Gebühren verlangen.

     

    Rot-Grün wieder auf Kurs

    Auf diesen Koalitionskurs ist jetzt auch die grüne Wirtschaftsministerin Eveline Lemke eingeschwenkt: „Keine Formel 1 um jeden Preis. Die Ausgaben werden zurückgefahren, so die Vereinbarung, und Kollege Innenminister Lewentz hat die Verhandlungskompetenz. Das Land hat kein Geld zu verschenken. Darauf werde ich achten“, sagte sie unserer Zeitung. Zuvor hatte sie den Geldhahn nach dem Rennen 2011 noch komplett zudrehen wollen.

    Neuer Poker mit Ecclestone beginnt

    Auf härtere Verhandlungen dürfte sich der große Renn-Zampano bereits eingestellt haben. Denn diese hatte schon vor den rot-grünen Koalitionsverhandlungen der Ex-Wirtschaftsminister und heutige SPD-Fraktionschef Hendrik Hering angekündigt. Ein Zuschuss von 13 Millionen Euro „ist nicht mehr verantwortbar“, auch wenn der Rennzirkus an einem Wochenende mehr als 50 Millionen Euro Umsatz in die strukturschwache Eifel bringt und der weltweite Werbefaktor enorm ist.

    Die Verhandlungen mit dem ebenso erfahrenen wie ausgebufften Ecclestone dürften nicht einfach werden, zumal er nicht für Zugeständnisse bekannt ist. Aber der deutsche Markt ist auch wichtig, und die legendäre Strecke hat zudem ihre Trümpfe. „Der Nürburgring ist heute die attraktivste Rennstrecke in Europa“, wirbt Hering.

    Ob Lindner und Lewentz annehmbare Konditionen für 2013 aushandeln können, ist offen. Für Hering wären auch Rennen im Drei-Jahres-Rhythmus akzeptabel. Für den Betriebsratsvize Heinz Hoffmann, der die dramatische Rennpause zwischen 1985 und 1995 erlebt hat, wäre jedenfalls ein völliges Aus ein unvorstellbarer Verlust, weil wichtige Folgegeschäfte ausblieben.

    Hat Ecclestone damals am Hockenheimring auch nachgegeben?

    Bisher wechseln sich die Rennen am Ring und in Hockenheim ab. Dort stand die Formel 1 auch schon einmal vor dem Aus. Ob dort Ecclestone tatsächlich in die Bresche gesprungen ist und Risiken übernommen hat, ist Spekulation. Jedenfalls trifft er einen Verhandlungsführer von damals wieder: Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt ist an den Ring gewechselt.

     Auch Lemke weiß um den Mythos "Grüne Hölle"

    Den von der SPD beschworenen Struktureffekt bestreitet auch Lemke nicht völlig: „Die Region lebt auch vom Mythos der Grünen Hölle, der ohne Zweifel auch durch die Formel 1 geprägt wurde.“ Aber ein Rennen sorge auch nicht für die Auslastung an 365 Tagen. Ihre grüne Vision: „Moderne Rennformate, auch mit modernen Antriebsformen.“

    Die Ministerin denkt an „ein modernes Label Formel Nürburgring, welches das alte Format Formel 1 ablöst und an dem dann die Region selbst verdient, weil sie es exportieren könnte“.

    Von unserer Redakteurin Ursula Samary

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