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Bad Kreuznach

Lafer: Das Essen muss cool sein

Ähnlich wie im normalen Schulalltag war in der Mensa am Bad Kreuznacher Gymnasium am Römerkastell am Freitag kaum noch ein Platz frei.

Schulessen vom Sternekoch: In Bad Kreuznach ist das seit vergangenem November Realität. Bloß wie lange noch?
Schulessen vom Sternekoch: In Bad Kreuznach ist das seit vergangenem November Realität. Bloß wie lange noch?
Foto: KruppPresse

Von unserem Redakteur Stephan Brust

Anlass war allerdings nicht die gewohnte Mittagsverköstigung der Kinder durch das Team von Sternekoch Johann Lafer, sondern der siebte Deutsche Kongress für Kita- und Schulverpflegung. Dabei stellte Lafer auch seine Modellmensa vor und betonte zu den finanziellen Diskussionen: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Im September haben wir eine schöne schwarze Zahl geschrieben."

Im August hatte Lafer selbst die Diskussion darüber in Gang gesetzt, wie viel ein gesundes Schulessen kosten darf. "4 Euro pro Mahlzeit reichen nicht aus", hatte der Sternekoch betont. Seitdem hat der Kreis seinen Beitrag pro Essen von 4 Euro auf 4,20 Euro erhöht. Außerdem stieg der Elternanteil von 3 Euro auf 3,10 Euro. Endgültige Zahlen präsentiert Lafer Ende November, spätestens Anfang Dezember.

Dann wird er sich noch mal mit Landrat Franz-Josef Diel an einen Tisch setzen. Die Situation hat sich mit Beginn des Schuljahrs noch einmal geändert. Fünf fünfte Klassen sind am Gymnasium am Römerkastell gestartet, drei davon als Ganztagsklassen. Das heißt: mehr als 80 weitere Kinder, die mittags die Schulmensa besuchen und zu den ohnehin schon 500 Essen täglich dazukommen.

"Im Endeffekt macht die Menge den Erfolg", unterstrich Lafer. "Das Essen muss schmecken, und es muss cool sein." Man müsse alles unternehmen, "dass sich die Kinder wie zu Hause fühlen", so der Mensa-Chef. Im Mittelpunkt müsse auch ständig die Frage stehen: Was wollen die Schüler eigentlich? "Wir versuchen, die Anregungen der Kinder täglich zu verarbeiten", betont Lafer. "Man muss ihre Anliegen einfach ernst nehmen."

Außerdem bewertet der Mensa-Beirat aus Schülern, Lehrern und Eltern regelmäßig die Gerichte. Darüber hinaus gehören viele weitere Aktionen zu Lafers Gesamtkonzept: aktuell beispielsweise ein Wettbewerb, bei dem alle Schüler mit einem Schrittzähler ausgestattet wurden. "Die vier Kinder, die sich am meisten bewegen, fliegen mit mir nach New York."

Grundsätzlich, weiß die rheinland-pfälzische Ernährungsministerin Ulrike Höfken, spielen in der Rangfolge der Schüler zunächst Aussehen und Geruch des Essens eine wichtige Rolle, dazu in den Mensen freundliches Personal und ein Wohlfühlambiente. "Erst dann kommt die Frage, ob es sich beim Menü auch um eine gesunde Zusammenstellung handelt", berichtete Höfken.

Deshalb sei es so wichtig, das Thema stärker in den normalen Unterricht einzubinden. "Ob Physik, Mathe, Biologie oder auch Religion – überall gibt es Ansätze", ist sie überzeugt. Darüber hinaus müssten Bündnisse mit Kinderärzten und Ernährungswissenschaftlern geschlossen werden.

Die Stadt Berlin hatte entschieden, dass eine Mahlzeit nicht teurer als 2 Euro sein dürfte. "Die Folgen, was die Qualität betrifft, waren verheerend", meinte Höfken. In Wirklichkeit liege der Preis zwischen 3,97 und 4,25 Euro, um ein ausgewogenes, gesundes Essen bieten zu können.

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