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Koblenz

Koblenzer kontra Kevag: Strompreiserhöhung sorgt für Ärger

Seit dem 1. April müssen die Kevag-Kunden deutlich höhere Preise für ihren Strom bezahlen: Um rund 16 Prozent – je nach Tarif variiert der Wert – sind die Preise gestiegen. Für Freude dürfte das bei keinem Nutzer gesorgt haben, doch manche ärgern sich zusätzlich über eine unklare Kommunikation.

Symbolfoto
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Foto: picture alliance

Einige Koblenzer fragen sich, warum der Anstieg überhaupt so hoch ist. Begründet wurde die Erhöhung in erster Linie mit der erhöhten Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

„Dass die umlagebedingte Preiserhöhung lediglich 7,4 Prozent betragen würde und die Kevag die Preise um 16 Prozent erhöht hat, ist eine Frechheit an sich", schreibt ein verärgerter Kunde an unsere Zeitung. Will die Kevag also vor allem den Gewinn maximieren?

Tatsächlich spielen auch weitere Faktoren als die EEG-Umlage eine Rolle, erklärt Kevag-Pressesprecherin Claudia Probst, zum Beispiel die Offshore-Umlage, Strom- und Mehrwertsteuer sowie Anpassungen bei anderen Abgaben.

Mehr als 50 Prozent der Kosten, aus denen sich der Strompreis zusammensetzt, könne die Kevag nicht beeinflussen, die restlichen gut 49 Prozent über Beschaffung, Netze und Vertrieb allerdings schon.Ebenfalls wirkt sich aus, dass die Preiserhöhung zwar erst seit dem 1. April gilt, die Umlagen aber bereits zum 1. Januar erhöht wurden.

Diese Differenz sollen die Kunden nun rückwirkend ebenfalls bezahlen. Deshalb „liegt der Prozentwert für die restlichen neun Monate des Jahres 2013 natürlich ebenfalls höher", sagt Probst.

Diese Erhöhung will sich nicht jeder gefallen lassen. Ein Leser erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass er seinen Vertrag kündigte – und die Kevag ihm daraufhin einen Sondertarif anbot, der 2,3 Cent günstiger ist. „Das bedeutet, dass man mehr als 9 Prozent der Preiserhöhung zurücknimmt, aber nur für die Kunden, die bereit sind, sich zu wehren", ärgert er sich.

Das ist so offensichtlich nicht richtig. Die Kevag bietet unterschiedliche Tarife an, und der Kündiger hatte wohl nicht den günstigsten. Neben dem Normalstrom nennt Probst Tarife mit einer speziellen Preisgarantie, mit 100 Prozent Ökostrom und mit Sonderkonditionen, wenn der Kunde sich für ein oder zwei Jahre an die
Kevag bindet.Anscheinend muss man aber gut aufpassen, ob man die Werbung auch richtig versteht, mit der der Stromversorger seine Produkte anpreist.

Eine Kevag-Kundin fühlte sich jedenfalls von der Kevag „veräppelt", schreibt sie unserer Zeitung. Auf einem Brief stand demnach „Kevag-Treuestrom günstiger als Normalstrom und ein Bonus von 25 Euro auf Ihrer Rechnung jedes Jahr". Für sie war klar: Der Treuestrom, ein Ökostrom-Angebot, ist billiger als der Normalstrom, außerdem gibt's einen jährlichen Bonus von 25 Euro.

Dann aber stellte sich heraus, dass beide Tarife preisgleich sind, und es beim Treuestrom nur den Bonus zusätzlich gibt. Dass die Formulierung missverständlich sein soll, kann die Kevag nicht verstehen: „Hier haben wir ein ganz besonderes Augenmerk auf die Formulierung gelegt, damit deutlich wird, dass ,TreueStrom' (nur) durch die 25 Euro Bonus günstiger ist als ,NormalStrom'", schreibt Sprecherin Probst. Im mitgeschickten Vertragsformular seien die Tarife unmittelbar miteinander vergleichbar gewesen. „Sollte es im vorliegenden Fall dennoch zu Missverständnissen gekommen sein, bedauern wir das sehr."

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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