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Koblenz

Koblenzer Feuerwehr muss Flüchtlinge in Sonderzug notversorgen [Update]

Koblenzer Rettungskräfte haben am späten Dienstagabend die 380 Insassen eines Flüchtlings-Sonderzuges mit Trinkwasser und Lebensmitteln versorgt. Der Zug hatte zuvor betriebsbedingt zwei Stunden bei Mainz stoppen müssen.

Symbolfoto
Symbolfoto
Foto: Sascha Ditscher

Von unserem Redakteur Tim Kosmetschke

Mit Trinkwasser und mit Lebensmitteln haben Koblenzer Rettungskräfte am Dienstagabend 380 Flüchtlinge in einem Sonderzug versorgt, die auf der Durchreise aus Österreich zu einer Erstaufnahmeeinrichtung in Düsseldorf waren. Die Bahn hatte den Zwischenstopp kurzfristig geplant und die Feuerwehr Koblenz alarmiert, nachdem sich nach einem mehrstündigen ungeplanten Halt des Zuges bei Mainz-Kostheim ein Versorgungsengpass an Bord des Zuges abzeichnete. Auch Familien mit kleinen Kindern waren unter den Flüchtlingen.

Laut einem Bahn-Sprecher kam es wegen eines Vorfalls am frühen Abend zu der zugespitzten Situation. Demnach musste der Sonderzug, der morgens in München gestartet war, gegen 18 Uhr zwischen Mainz-Bischofsheim und Mainz-Kostheim auf freier Strecke stoppen, um einen anderen, regulären Zug passieren zu lassen. Während eines solchen betriebsbedingten Stopps bleiben die Türen des Zuges aus Sicherheitsgründen geschlossen. Mehrere Insassen des Zuges betätigten jedoch die Notöffnung und verließen den Zug.

Die vorgeschriebene Folge: Der Streckenabschnitt wird gesperrt, die Bundespolizei begibt sich zum Ort des Geschehens und versucht, die Personen ausfindig zu machen. Auch ein Notfallmanager der Bahn fuhr zum Sonderzug und machte sich ein Bild der Lage, schildert der Bahn-Sprecher. Und eben dieser Notfallmanager habe den Eindruck gewonnen, dass wegen des ungeplanten, am Ende gut zweistündigen Halts das Wasser und die (Baby-)Nahrung ausgehen könnten. Also setzte er einen Notfallplan in Gang, der Halt in Koblenz wurde geplant, die Feuerwehr wurde alarmiert. Gegen 20 Uhr setzte sich der Zug wieder in Bewegung – die Personen, die den Zug verlassen hatten, wurden jedoch nicht mehr angetroffen.

Die Berufsfeuerwehr übernahm also in Koblenz die Einsatzleitung und stampfte eiligst einen Hilfseinsatz aus dem Boden, berichtet der Koblenzer Feuerwehrchef Wolfgang Schröder. Gegen 21.15 Uhr erreichte der Zug den Koblenzer Hauptbahnhof, wo er wie geplant stoppte.

In der Zwischenzeit wurden nicht nur weitere Rettungskräfte und Institutionen alarmiert – DRK, Malteser, THW und das städtische Ordnungsamt. Mitarbeiter der Feuerwehr plünderten auch mehrere Supermärkte in der Umgebung der Feuerwache. "Die Supermärkte waren sehr kooperativ, haben für uns länger geöffnet. Dafür danken wir herzlich", sagt Schröder. Trinkwasser, Obst, Gemüse und Kleinkindnahrung wurden in großer Menge aufgekauft. "Und wir haben die Bäckerei geplündert und alles mitgenommen, was an Gebäck noch da war."

Am Bahnhof schließlich war die Situation nicht so angespannt, wie die Feuerwehr sie nach den eingehenden Meldungen erwartet hatte: "Das lief sehr diszipliniert ab", schildert Schröder. Rund 120 Kräfte kümmerten sich schließlich um die 380 Flüchtlinge. "Glücklicherweise kam es außer normaler Kontrollen des Rettungsdienstes zu keinen medizinischen Zwischenfällen", heißt es im Einsatzbericht der Feuerwehr. Gegen 22.30 Uhr rollte der Zug in Koblenz los und erreichte schließlich Düsseldorf ohne weiteren Stopp, so der Bahnsprecher abschließend.

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