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    Rheinland-Pfalz

    Knapp 3500 Wildkatzen leben in RLP: Straßenverkehr ist größte Bedrohung

    Es maunzt in den rheinland-pfälzischen Wäldern: Gut die Hälfte der bis zu 7000 Wildkatzen in Deutschland leben dort. "Wir haben hier die größte Wildkatzendichte, weil es so viele zusammenhängende Waldflächen gibt", sagte die Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in Rheinland-Pfalz, Sabine Yacoub. Weil das Land bundesweit die meisten Wildkatzen beheimatet, gilt das ebenso für einen Großteil des Projekts "Wildkatzensprung".

    Wildkatzenland Rheinland-Pfalz: Hier ist gut die Hälfte aller Raubtiere dieser Art in Deutschland beheimatet. Foto: dpa
    Wildkatzenland Rheinland-Pfalz: Hier ist gut die Hälfte aller Raubtiere dieser Art in Deutschland beheimatet.
    Foto: dpa

    Von Meike Hickmann

    20.000 Kilometer Wildkorridore und eine Gendatenbank sind in diesem Rahmen entstanden.

    In der Mitte Europas gelegen, stellt der Lebensraum auch in Rheinland-Pfalz eine Verbindung zu den Wildkatzenvorkommen zwischen Ost- und Südeuropa her. "Es ist ganz wichtig, dass die Wildkatzen genetisch nicht verarmen", warnte Yacoub. Bei kleinen Einzelpopulationen käme es zu Gendefekten, die die Wildkatze erneut aussterben lassen könnten.

    Nach über drei Jahren ist das bundesweite Projekt "Wildkatzensprung" nun abgeschlossen. Dazu wurde für 5,2 Millionen Euro - neben den Wildkorridoren für die Katzen - auch besagte Gendatenbank beim Senckenberg-Institut in Frankfurt aufgebaut. Die Naturschützer versuchten, mit 50 sogenannten Lockstöcken mehr Informationen über die Wildkatzen zu sammeln, auch um Inzest zu prüfen. So brachten zum Beispiel Katzenhaare Erkenntnisse für den Meulenwald in der Eifel, wo viele Wildkatzen leben. Die Ergebnisse seien sehr positiv, sagte Yakoub. Auf zwei Quadratkilometer Meulenwald komme ungefähr eine Katze. Das ist nach Ansicht der Expertin eine gute Dichte im bundesweiten Vergleich.

    Bei der Lockstoffmethode hat besonders der Jagdverband Rheinland-Pfalz mitgeholfen, wie auch bei der Kontrolle der Wildkameras. "Der Schutz der Wildkatze liegt uns sehr am Herzen", sagte Sprecher Günther Diether Klein. Auf die Jagd habe die Wildkatze kaum Einfluss und bedrohe auch keine anderen Arten. Wildkatzen suchen sich eigene Reviere mit einer Größe von bis zu sechs Hektar. Damit die Katzen weit weg vom heimatlichen Genpool wandern, wurden viele Wildkorridore angelegt. "Die Wildkatze muss alle 100 Meter Schutz im Dickicht finden können, sonst läuft sie nicht weiter", sagte Yakoub.

    Der BUND hat einen Wegeplan erstellt, der den aktuellen und den künftigen Lebensraum der Wildkatze verbinden soll. Im Pfälzerwald kaufte der Verband mehrere Flächen, um sogenannte Trittsteinbiotope zu schaffen - das sind Gebüsche und Gehölze, die der Wildkatze Deckung geben. Dies lohnt sich auch für Landwirte: Eine Wildkatze frisst rund zehn schädliche Mäuse am Tag.

    Die größte Gefahr für die Wildkatze bleibt der Straßenverkehr. Der Ausbau von Strecken mitten durch den Wald wie der der Bundestraße 414 im Westerwald führen zu Unfällen mit wandernden Katzen. "Wir kämpfen für mehr Leitzäune und Grünbrücken", sagte Yakoub. Je mehr es solche Straßenübergänge nur für Tiere gebe, desto besser gelinge auch die genetische Durchmischung.

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