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    Neustadt

    K/Hells Angels kommen mit milder Geldstrafen davon

    Milde Strafe für fünf Mitglieder der "Hells Angels": Fünf Rocker gestehen vor dem Landgericht Koblenz Nötigung und erhalten Geldstrafen. Sie müssen zwischen 750 und 1500 Euro zahlen.

    Neustadt - Tagsüber arbeiten sie als selbstständige Fliesenleger, als Kraftfahrer, Elektroinstallateur oder in der Produktion eines Süßwarenproduzenten aus der Region - und werden in ihrer Freizeit zu "Hells Angels".

    Zumeist sind die Männer Familienväter, einer der Fünf auf der Anklagebank des Koblenzer Landgerichts ist nach der Scheidung alleinerziehendes Familienoberhaupt. Doch in der Freizeit, wenn sie ihre Lederkutte mit dem rot-weißen Schriftzug „Hells Angels“ überstreifen, verwandeln sie sich in Rocker, Mitglieder des berüchtigten Motorradklubs Hells Angels.

    Die 39 bis 48 Jahre alten Männer, die Mitglieder des sogenannten Charter Bonn mit Sitz im Neustädter Elsafftal und im Bad Honnefer Gewerbegebiet sind, stehen vor Gericht, weil sie 2008 ein Ex-Mitglied des Vereins erpresst haben sollen.
    Laut Anklage bedrohten die „Höllenengel“, von denen drei im Kreis Neuwied wohnen sowie einer in Troisdorf und einer in Bonn lebt, den 39 Jahre alten Tätowierer aus dem Kreis Neuwied.

    7000 Euro sollte der bedrohte Mann zahlen. Falls er dieser Forderung nicht nachkommen würde, müsste er mit massiven Schmerzen rechnen - so lautete offenbar die Androhung seiner Ex-Kollegen.
    Der zweite Prozesstag vor dem Landgericht beginnt mit einer Überraschung: Da die Rocker die Tat räumen, gleichzeitig aber betonen, dass sie das Geld zu Recht eingefordert haben, kann Richter Thomas Metzger die Beweisaufnahme rasch abschließen. Lediglich die Frau des Erpressten kommt in den Zeugenstand: Ob es weitere Geldforderung gegeben habe, will Richter Metzger von ihr wissen. Gab es nicht, erklärt sie. Keine zwei Minuten später darf sie den Gerichtssaal verlassen.
    An dem Erpressungsversuch vor drei Jahren soll auch Karl-Heinz B. aus Anhausen beteiligt gewesen sein, der im März vergangenen Jahres einen Elitepolizisten durch die geschlossene Haustür erschossen hatte. Im Februar verurteilte ihn das Landgericht zu neun Jahren Gefängnis. Die jetzt angeklagte Erpressung wertete das Gericht damals lediglich als Nötigung.
    Eine blütenweiße Weste weisen alle fünf Angeklagten bei den Vorstrafen auf. Und so fordert Oberstaatsanwalt Walter Schmengler zwar eine Verurteilung wegen Nötigung, spricht sich aber für eine milde Strafe aus. Dem folgt auch Richter Metzger. Zwischen 1500 und 750 Euro müssen die Rocker zahlen.

    Die von den Angeklagten geforderten 7000 Euro nennt der Richter aus „vereinsinternen Hintergründen berechtigt“. Unberechtigt sei aber die Androhung von Prügel. „Diese Mittel sieht unsere Rechtsordnung nicht vor“, meinte er.

    Lassen sich die Rocker während einer zweijährigen Bewährungszeit etwas zu schulden kommen, ist weiteres Strafgeld zwischen 1200 und 3600 Euro fällig. Der Richter unterstreicht, was er unter straffällig versteht: „Wenn Sie betrunken Auto fahren oder einen Kaugummi mitgehen lassen, kommt die Strafe zum Tragen.“

    Von unserem Redakteur Mario Quadt

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