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    Rheinland-PfalzKeine Männerdomäne mehr: Die Jagd wird weiblicher

    Die Jagd in Rheinland-Pfalz ist keine Männerdomäne mehr. Der Anteil der Jägerinnen steigt seit Jahren kontinuierlich. Das erklärte der Landesjagdverband zum Landesjägertag in Andernach. „Auch wir trauen uns im Wald alles zu“, sagte die rheinland-pfälzische Jagdkönigin Sarah Wirtz. „Wenn mir ein Wild mal zu schwer ist, dann rufe ich Jagdfreunde an. Aber einen 90-Kilogramm-Keiler kann auch kein Mann allein bewegen.“

    Immer mehr Frauen interessieren sich für die Jagd. Jagdkönigin Sarah Wirtz ist eine von ihnen. Foto:  dpa
    Immer mehr Frauen interessieren sich für die Jagd. Jagdkönigin Sarah Wirtz ist eine von ihnen.
    Foto: dpa

    Derzeit hat der Landesjagdverband 18.489 Mitglieder, von denen 1683 Frauen sind. Das entspricht einem Anteil von 9,1 Prozent. Bei den Neuzugängen sind rund 15 Prozent weiblich, erklärte Günther Klein, Sprecher des Verbandes. Mehr als die Hälfte davon ist zwischen 16 und 49 Jahren alt. Fazit: „Die Jagd wird also jünger und weiblicher.“

    Sarah Wirtz ist gern Jägerin, weil sie so das Fleisch, das sie und andere essen, schießen kann. „Man wird sich über die Beschaffung der Nahrungsmittel bewusster“, sagte sie. Außerdem sind Jäger sehr nah an der Natur – viel näher als Wanderer oder Radfahrer. Wirtz mag es, wenn sie um 4 Uhr auf dem Hochsitz ist und mitbekommt, wie alles erwacht. „Das ist ein sehr intensives Naturerlebnis. Man erlebt die Natur bewusster, weil man ganz konzentriert beobachtet und entdeckt, was auf der Wiese und in den Hecken und am Waldrand vor sich geht.“

    Das Bedürfnis, die Umwelt zu schützen, ließ Renate Bickmann zur Jägerin werden. „Ich dachte damals weniger ans Schießen als an die Hege und Pflege des Wildes“, sagte die Vorsitzende des Fachausschusses Jägerinnen im Landesjagdverband. Bickmann war im Jahrgang 1997 bei der Jagdausbildung ihrer Aussage nach die einzige Frau unter lauter Männern. Viele der älteren Jäger meinten zu dieser Zeit noch, Frauen gehörten nur an den Kochtopf, berichtet sie. Doch langsam habe sie Fuß gefasst und sich mit anderen Jägerinnen vernetzt.

    „Heute hat man uns akzeptiert, wir gehören dazu“, meint Bickmann. Die 29 Jahre alte Jagdkönigin Wirtz, die erst vor ein paar Jahren ihren Jagdschein machte, hat sich nie benachteiligt gefühlt. „Als es im Lehrgang um die Waffen ging, wollen die Männer zwar schon zeigen, wie alles funktioniert. Aber als sie merkten, dass wir Frauen die Unterlagen genauso gelernt haben wie sie, war alles in Ordnung.“

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