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    Bad Kreuznach

    Jäger hält Pferd für Wildschwein und schießt

    Für jeden Pferdehalter ist es ein Albtraum, was sich in der Nacht von Sonntag auf Montag in Guldental zugetragen hat. Einem 33-jährigen Jäger ist offenbar ein folgenschwerer Irrtum unterlaufen. Er hat ein Pferd auf einer Weide erschossen, weil er es laut Polizei fälschlicherweise für ein Wildschwein hielt.

    Die Pferdeweide von Familie Fuhrmann aus Guldental ist verwaist. Ein Jäger hatte dort eine Stute mit einem Wildschwein verwechselt und erschossen. Es war das Pferd von Dieter Fuhrmanns Tochter (auf dem Bild). Fuhrmann (rechts) kann nicht verstehen, wie es zu so einem Irrtum kommen konnte.
Foto: Josef Nürnberg
    Die Pferdeweide von Familie Fuhrmann aus Guldental ist verwaist. Ein Jäger hatte dort eine Stute mit einem Wildschwein verwechselt und erschossen. Es war das Pferd von Dieter Fuhrmanns Tochter (auf dem Bild). Fuhrmann (rechts) kann nicht verstehen, wie es zu so einem Irrtum kommen konnte.
    Foto: Josef Nürnberg

    Für Andrea Fuhrmann und Ehemann Dieter aus Guldental ist der Tod des Tieres kaum begreifbar. Am Sonntagabend noch graste die hell gescheckte Stute "Cheyenne" gemeinsam mit fünf weiteren Pferden friedlich auf einer Weide in Waldrandnähe. Besonders tragisch: Das Pferd gehörte ihrer elfjährigen Tochter.

    Der 33-jährige Jäger, der die Stute erschossen hat, war laut Polizei in der Gemarkung von Guldental auf dem Weg vom Ansitz zu seinem Wagen, als er in der Nähe ein Schnauben hörte. Da er sich nach Angaben der Beamten sicher war, dass es sich nur um ein Wildschwein handeln konnte, schoss er auf das Tier und verletzte es tödlich. Bei näherer Betrachtung musste er allerdings feststellen, dass er ein Pferd erschossen hatte, das mit anderen auf der Weide gestanden hatte.

    Untröstliche Pferdehalter

    Nachts um 0 Uhr wurden die Pferdehalter aus ihrem Schlaf gerissen. Der Jagdpächter informierte das Ehepaar über den Vorfall. Er selbst war von dem 33-jährigen Jäger kurz nach dem Tod des Tieres verständigt worden. Andrea Fuhrmann und ihr Mann können nicht verstehen, wie man ein Pferd mit einem Wildschwein verwechseln kann. Sie sind untröstlich: "Das Pferd hatten wir schon acht Jahre, meine Tochter ist mit dem Tier groß geworden", sagt Andrea Fuhrmann. Ein Tierarzt war bereits am Ort, um das tote Tier zu begutachten. Die Pferdehalter haben Strafanzeige gestellt.

    Die Kreisgruppe Bad Kreuznach des rheinland-pfälzischen Landesjagdverbands will sich zu dem Vorfall im Detail nicht äußern. Sie verweist aber darauf, dass solche folgenschweren Unfälle sehr selten geschehen. Im Kreis Bad Kreuznach gibt es laut Kreisgruppe 170 Jagdreviere, im Schnitt sitzt dort mindestens ein Jäger pro Tag an. "Das sind 170 Ansitze pro Tag", sagt der Vorsitzende der Kreisgruppe Bad Kreuznach, Klaus Nieding. Und weiter: "Vor 25 Jahren hat sich bei uns der letzte Jagdunfall ereignet. Dabei wurde eine Kuh geschossen, die auch irrtümlicherweise für ein Wildschwein gehalten wurde. Das zeigt die Relation", sagt Nieding. Im Straßenverkehr würden deutlich mehr Unfälle geschehen.

    Es sei aber eben nicht auszuschließen, dass in 25 Jahren einmal solch ein Unfall passiert, so der Kreisgruppenvorsitzende. Der Druck auf die Jäger ist laut Nieding hoch, die Landwirtschaft erwartet, dass das Schwarzwild in Schach gehalten wird. Das Schwarzwild aber sei ausschließlich nachtaktiv und werde in der Dunkelheit gejagt. Weiter betont die Kreisjägerschaft, dass die Sicherheit bei der Ausbildung von jungen Jägern an oberster Stelle steht.

    Landesjagdverband: Bedauerlicher Zwischenfall

    Als einen "überaus bedauerlichen Zwischenfall" bezeichnet auch der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz den Vorfall. Die Jäger fürchten nun um ihren guten Ruf. Günther Klein, Pressesprecher des Landesjagdverbands, betont deshalb, dass die Jägerschaft "insgesamt eine verantwortungsbewusste Gruppe ist, die den Umgang mit ihren Werkzeugen versteht".

    Er geht aber auch davon aus, dass "der Betroffene natürlich für seinen Fehler geradestehen wird". Auch Nieding ist überzeugt, dass der Vorfall noch den Disziplinarausschuss des Landesjagdverbands beschäftigen wird. Der Jäger selbst war am Montag nicht erreichbar. Das Umweltkommissariat der Bad Kreuznacher Kripo ermittelt.

    Von unserer Redakteurin Denise Bergfeld

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