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    Israel: Klöckner gut eine Stunde bei Netanjahu

    CDU-Bundesvize Julia Klöckner ist in Israel zu einer gut einstündigen Begegnung mit Premierminister Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Der Likud-Politiker betonte in seinem Jerusalemer Amtssitz, dass der gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus Perspektiven für eine Verständigung im Nahen Osten biete.

    Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Foto: dpa)
    Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (
    Foto: dpa)

    Netanjahu erklärte gegenüber Klöckner, dass arabische Staaten wie Saudi-Arabien inzwischen erkannt hätten, dass es aus ihrer Sicht weitaus größere Bedrohungen als Israel gebe - wie etwa der hoch gerüstete Iran oder islamische Extremisten. Der israelische Premier ist zudem davon überzeugt, dass das technologische Potenzial seines Landes zahlreiche Ansätze für wirtschaftliche Kooperationen biete und dass sich dies ebenfalls stabilisierend auf die Nahost-Region ausüben könne.

     Bei dem Gespräch, das in guter Atmosphäre stattfand und deutlich länger als geplant dauerte, sprachen Klöckner und Netanjahu auch über die israelische Startup-Szene und die Afrikapolitik. Der israelische Regierungschef sieht im Bereich Cybertechnologie großes Potenzial.

    Netanjahu fordert mehr Engagement von Deutschland und EU

     Mit Blick auf Afrika wünscht sich Netanjahu eine stärkere Zusammenarbeit mit Deutschland und der EU. Gemeinsames Ziel müsse die Verbesserung der Lebensverhältnisse in afrikanischen Staaten sein, um die Bevölkerung gegen eine islamistische Radikalisierung zu immunisieren. Ein Anliegen, das CDU-Bundesvize Klöckner unterstützt, die mehrfach Afrika bereist hat.

     Thema der Begegnung war schließlich auch der Tod von Helmut Kohl. Netanjahu erinnerte an ein persönliches Treffen 1996 als junger Premier mit dem deutschen Kanzler in Bonn. Damals legte Kohl den Arm um ihn und sagte: "Junger Mann, machen sie sich keine Sorgen um ihr Land. Ich werde auf sie aufpassen." Netanjahu weiter: "Dieses Versprechen hat Helmut Kohl auch gehalten."

     Zum Abschluss der Begegnung übergab Klöckner dem Likud-Politiker eine Seite aus der Gutenberg-Bibel. Sie stammte aus dem Buch Daniel. 

    Treffen nur wenige Wochen nach diplomatischem Eklat

    Vor wenigen Wochen war noch es zu einem diplomatischen Eklat gekommen, als Netanjahu ein Treffen mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) überraschend absagte. Der Sozialdemokrat hatte sich mit den regierungskritischen Gruppen "Breaking the Silence" und "Btselem" getroffen, die die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Palästinensergebieten anprangern. Netanjahu hatte Gabriel anschließend Instinktlosigkeit vorgeworfen. Der deutsche Außenminister erklärte später, er würde immer wieder so handeln. 

     Netanjahu hatte an deutschen Spitzenpolitikern anschließend lediglich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) empfangen. Das Treffen von Klöckner und dem israelischen Premier ist daher als diplomatischen Erfolg zu werten.

     Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin hat auf ihrer viertägigen Reise nach Israel und in die Palästinensergebiete zahlreiche Spitzenpolitiker getroffen. In Ramallah kam sie unter anderem mit dem langjährigen palästinischen Chefunterhändler Saeb Erekat zusammen. 

    Unser Redakteur Dietmar Brück berichtet aus Israel

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