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    Hering gegen Hartloff: Wer wird Parlamentspräsident?

    Bei der SPD-Fraktionssitzung am Mittwoch kommt es zum Duell zweier ehemaliger SPD-Größen um das Amt des Parlamentspräsidenten: Der Westerwälder Hendrik Hering und der Pfälzer Jochen Hartloff wollen per Kampfabstimmung klären, wer künftig das höchste Amt im Abgeordnetenhaus inne haben wird.

    ... doch Jochen Hartloff?
    ... doch Jochen Hartloff?
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Der Zweikampf um die Nachfolge von Joachim Mertes (SPD) hat Brisanz: Denn Hering und Hartloff sind gefallene Spitzenpolitiker. Beide waren Minister, der eine Wirtschaftsminister, der andere Justizminister. Beide amtierten als Fraktionschef, eines der einflussreichsten Positionen der SPD im Land. Und beide mussten ihr Ämter räumen, als Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im November 2014 das halbe Kabinett entließ, um endlich den Skandal um den Nürburgring hinter sich zu lassen.

    Während Hering tatsächlich politisch mit dem 500-Millionen-Verlust an dem Eifelrennkurs in Verbindung zu bringen war, musste Hartloff aus ganz anderen Gründen gehen. Dreyer wollte endlich ein Versöhnungssignal an die rheinland-pfälzische Justiz senden und berief daher den renommierte Juraprofessor Gerhard Robbers (SPD). Doch der Akademiker aus Trier konnte die Erwartungen nicht erfüllen, was Hartloff mit einer gewissen Genugtuung registrierte. Er fühlt sich bis heute zu Unrecht aus dem Amt befördert. Und will eine politische Wiedergutmachung.

    Hendrik Hering oder ...
    Hendrik Hering oder ...
    Foto: dpa

    Doch auch Hering verlor sein Amt nicht, weil er der Hauptschuldige an der Ringpleite war. Da wären eher Ex-Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) und Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) zu nennen. Hering sollte eher das Chaos aufräumen, dass andere hinterlassen hatten. Doch dieser Job erwies sich als tückisch. Hering erweckte nach einer Weile den Eindruck, der Ring sei wieder auf Kurs. Dabei triftete er unaufhörlich in Richtung Insolvenz. Nach der endgültigen Pleite war Hering kaum mehr zu halten. Dreyer zog die Reißleine.

    Doch der Westerwälder blieb im Geschäft. Er konnte sein Amt als stellvertretender Parteichef retten, blieb Vorsitzender des SPD-Bezirksverbandes Rheinland und leitete die Programmkommission für den erfolgreichen Landtagswahlkampf. Bei den Koalitionsverhandlungen verhandelte er für die SPD das heiße Eisen Energie - und steuerte einen Kompromiss von FDP und Grünen ein. Bei all dem hielt Hering sich im Hintergrund. Das stieß auf Respekt in der Partei.

    Aber auch Hartloff vermied jedes öffentliche Nachtreten. Er fügte sich äußerlich, obwohl er sich ungerecht behandelt fühlte. Hering wie Hartloff hatten schwer an ihrem Rauswurf Ende 2014 zu tragen. Der Westerwälder zog sich in sein Schneckenhaus zurück, der Pfälzer setzte sein angriffslustiges Kampfgrinsen auf, ersparte sich aber jeden Kommentar.

    Der Kandidat des SPD-Establishments ist Hendrik Hering. Für ihn wird getrommelt. Hinter ihm stehen Malu Dreyer und die maßgeblichen Leute in Partei und Fraktion. Allein schon deswegen, weil er bis zuletzt die höheren Ämter hatte und im Fraktionsvorstand niemand aus dem Norden von Rheinland-Pfalz sitzt.

    Doch Hartloff schreckt das nicht. Als Fraktionschef war er bei seinen Leute beliebt. Und es gibt durchaus Unzufriedene in der Fraktion, die mehr oder etwas anderes werden wollten. Sie könnten für den Pfälzer stimmen, der bei der Fraktionssitzung am Mittwoch als Außenseiter ins Rennen geht.

    Vor fünf Jahren sind die beiden schon einmal aufeinandergetroffen. Damals wollte Hartloff Fraktionschef bleiben und Hering Fraktionschef werden. Auch damals wurde hart gekämpft. Doch am Ende ging Hering als Sieger vom Platz. Erlebt diese Geschichte nun ihre Neuauflage?

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