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Berlin/Windhagen

„Held von Mogadischu“: Früherer GSG-9-Chef Wegener gestorben

Ulrich Wegener baute in den 1970er-Jahren die GSG 9 auf, die mit dem Einsatz bei einer Flugzeugentführung im somalischen Mogadischu berühmt wurde. Jetzt ist der Terrorismus-Experte gestorben, zuletzt lebte er im Westerwald.

Der damalige Kommandeur Ulrich Wegener (rechts) mit der kleinsten taktischen Einheit der GSG 9, der Spezialeinsatztruppe, aufgenommen 1979. Nun ist der „Held von Mogadischu“ gestorben.
Der damalige Kommandeur Ulrich Wegener (rechts) mit der kleinsten taktischen Einheit der GSG 9, der Spezialeinsatztruppe, aufgenommen 1979. Nun ist der „Held von Mogadischu“ gestorben.
Foto: dpa

Der erste Kommandeur der Antiterroreinheit GSG 9, Ulrich Wegener, ist tot. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus sicherer Quelle erfuhr, starb der frühere Brigadegeneral des Bundesgrenzschutzes im Alter von 88 Jahren. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet, dass der in Windhagen im Westerwald wohnende Wegener bereits am 28. Dezember gestorben sei.

Unter Wegeners Leitung hatte die Spezialeinheit der Bundespolizei im Oktober 1977 die von palästinensischen Terroristen gekaperte Lufthansa-Maschine «Landshut» im somalischen Mogadischu gestürmt und mehr 90 Geiseln unversehrt befreit. Damit erwarb sich Wegener den Beinamen «Held von Mogadischu».

Die Entführer wollten mit der Aktion auf dem Höhepunkt des «Deutschen Herbstes» elf inhaftierte Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) freipressen. Bei der Erstürmung der Maschine wurden drei der vier palästinensischen Terroristen erschossen. Kein Polizist und keine der Geiseln kamen ums Leben.

«Ich war froh, dass wir mal zeigen konnten, was wir können», sagte Wegener vor einigen Jahren zu diesem Einsatz. «Wir hatten davor jahrelang auf deutschen Flughäfen einen solchen Einsatz immer wieder geübt, nachts haben wir abgestellte Maschinen gestürmt. Manchmal konnten diese Maschinen auch nachher nicht mehr fliegen.»

Ulrich Wegener.
Ulrich Wegener.
Foto: dpa

Die RAF-Häftlinge Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nahmen sich nach der Geiselbefreiung in Stuttgart-Stammheim das Leben.

Der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hatte Wegener 1972 mit dem Aufbau der Eliteeinheit GSG 9 beauftragt. Anlass war ein Anschlag palästinensischer Terroristen auf Israels Mannschaft während der Olympischen Spiele in München.

1988 wechselte der Gründungskommandeur in den Dienst der saudischen Regierung, um die dortige 2000 Mann starke «Special Security Forces» auszubilden. Wegener wurde so zu einem international gefragten Experten in der Terrorismusbekämpfung.

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