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Mayen/Andernach

Hat Ladenbesitzer junge Kundin sexuell belästigt?

Schwere Vorwürfe erhebt eine 22-jährige Frau gegen einen Andernacher Geschäftsmann. Er soll sie sexuell belästigt und verletzt haben.

Mayen/Andernach – Schwere Vorwürfe erhebt eine 22-jährige Frau gegen einen Andernacher Geschäftsmann. Er soll sie sexuell belästigt und verletzt haben. Mit diesem Fall beschäftigt sich jetzt das Gericht.

Hat ein Ladenbesitzer (58) aus der Region eine 22-jährige Frau aus der Bäckerjungenstadt mit der Linken am Hals gewürgt und ihr mit der Rechten unter den BH gegriffen? Um diese Kernfragen dreht sich ein Prozess vor dem Amtsgericht Mayen. Bald soll eine Polizistin gehört werden, die die Aussagen der 22-jährigen Andernacherin protokolliert hatte. Denn die Versionen, wie sich die Tat im Juli vergangenen Jahres in den Geschäftsräumen des Mannes zugetragen haben soll, gehen weit auseinander. Es steht Aussage gegen Aussage.

Der Ladenbesitzer, ein mehrfacher Vater, darunter ist das jüngste 23 Jahre alt, soll nach Auffassung des Amtsanwaltes die junge Frau sexuell genötigt und verletzt haben. Sie sei in seinen Laden gekommen, um eine SIM-Karte für ihr Mobiltelefon zu kaufen. Es begann ein Gefeilsche um die Karte, die ursprünglich 20 Euro hätte kosten solle.

Sex für einen Job?

Beide einigten sich auf einen niedrigeren Preis. Man kannte sich, der Mann habe sich erkundigt, ob die Frau endlich Arbeit habe. Das habe sie verneint. „Ich habe schwarze Haare, und wer schwarze Haare hat, bekommt in diesem Land keine Arbeit“, habe die 22-Jährige geantwortet. Da habe ihr der Ladenbesitzer einen Aushilfsjob angeboten. An diesem Punkt gehen die Darstellungen, was sich weiter ereignet hat, auseinander.

Der Mann habe ihr den Job in Aussicht gestellt, wenn sie nach Feierabend „für Spaß und Sex zu haben“ sei, sagte die 22-Jährige aus. Als sie verneint und gehen wollte, habe sich der 58-Jährige vor seiner Ladentür bedrohlich aufgebaut. Ihrer Version zufolge drückte der Mann ihr mit der linken Hand die Gurgel zu, während sich die Rechte den Weg unter ihr Polo-Shirt und unter ihren BH bahnte. Er habe mit seiner Hand an ihrer Brust manipuliert. Je heftiger sie sich gewehrt habe, desto brutaler habe ihr der Mann den Hals zugedrückt.

Er ließ erst von ihr ab, als eine Kundin den Laden betrat. Der Andernacherin gelang es zu fliehen, sie mied daraufhin tagelang die Straße, zog sich in ihr Zimmer zurück. Eine Ärztin attestierte ihr hernach eine „schwere depressive Erkrankung mit Paniksymptomen“. Die 22-Jährige gilt als arbeitsunfähig. Weitgehend bestätigte ein Polizist, der die Erstvernehmung vorgenommen hatte, diese Darstellung.

In Widersprüche verheddert

Der Angeklagte verhedderte sich in Widersprüche. Er behauptete, in dem Gespräch am Tresen sei es keineswegs um Sex gegangen. Die Andernacherin habe lediglich davon gesprochen, dass sie einen Freund in München habe, mit dem nicht mehr viel laufe. Monate zuvor hatte er gegenüber der Polizei jedoch zu Protokoll gegeben, dass die junge arbeitslose Frau sich quasi ihm angeboten habe mit den Worten „Ich habe schöne Brüste“. Davon wollte der 58-Jährige jetzt nichts mehr wissen. Sex sei kein Thema gewissen.

Ausgerechnet seine Tochter belastete ihn. Sie hatte bei der Vernehmung im August vorigen Jahres gedolmetscht. In der Tat sei jener Satz gefallen, sagte sie. Allerdings sei ihr Vater ein sehr religiöser Mensch. Um Licht ins Dunkel zu bringen, stellte die Verteidigung zwei Beweisanträge. Einer soll mithilfe der Polizisten ergründen, ob tatsächlich das Zitat so vonseiten des Mannes gefallen ist. (bro)

Der Prozess wird am Dienstag, 21. September, 13 Uhr, in Mayen fortgesetzt.

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