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Mayen

Hartes Jahr für Mayener Mausohren – Unterkunft für Fledermäuse

Tagsüber unsichtbar, nachts lautlos unterwegs: Fledermäuse, die Flugakrobaten der Dunkelheit, überwintern in Mayen.

Hartes Jahr für Mayener Mausohren
„Bei unseren Kontrollen der Winterquartiere haben wir noch nie so viele tote, ausgezehrte Fledermäuse gefunden wie in diesem Jahr“, berichtet Projektleiter Andreas Kiefer des Naturschutzprojektes im Mayener Grubenfeld.
Foto: Kevin Rühle

Von unserem Mitarbeiter Kevin Rühle

Doch in diesem Jahr haben viele Tiere und ihr Nachwuchs den Winter und das Frühjahr nicht überlebt. „Bei unseren Kontrollen der Winterquartiere haben wir noch nie so viele tote, ausgezehrte Fledermäuse gefunden wie in diesem Jahr“, berichtet Projektleiter Andreas Kiefer des Naturschutzprojektes im Mayener Grubenfeld. Der lange, harte Winter hat viele Fledermäuse in ihrem Winterschlaf an die Grenzen ihrer Fettreserven gebracht. Doch auch die kalte und nasse Witterung im Frühjahr machte den Fledermäusen zu schaffen. Durch den Nahrungsmangel kam es zu vielen Fehl- und Totgeburten. Nach dem Winterschlaf beziehen die Weibchen die Sommerquartiere, die sogenannten Wochenstuben, in denen sie meist Mitte Juni ihre Jungen zur Welt bringen.

Die Wochenstuben bestehen ausschließlich aus den Weibchen und können je nach Art sehr unterschiedliche Dimensionen annehmen. An Privathäusern umfassen sie meist nicht mehr als 50 bis 100 Tiere, bei denen es sich meistens um Zwergfledermäuse handelt. Sie verstecken sich in kleinen Ritzen oder zwischen der Hauswand und dem Firstbalken des Dachs. In den Höhlen des Mayener Grubenfelds leben Zehntausende Fledermäuse, es ist das größte Fledermausquartier in Deutschland.

2007 startete das Projekt des Nabu, das den Erhalt eines wichtigen Lebensraums für 16 seltene Arten sichern soll. Fünf Millionen Euro steckte das Land Rheinland-Pfalz und der Bund in das sieben Hektar große und weit verzweigte Stollensystem. Von dem Geld werden die Stollen und Keller gekauft und vor dem Einsturz bewahrt.

Diese Bauarbeiten sind langwierig. Eines der Gewölbe, der Mauerstollen, steht momentan nur auf einer von Rissen durchzogenen Säule, die dringend saniert werden muss. Um einen sicheren Zugang gewährleisten zu können, wird ein neuer Eingang für den Stollen gebaut. Alleine dieses zwölf Meter tiefe Loch, eingefasst in Bruchstein, kostet 60 000 Euro.

Um die Höhlen selbst für den Winterschlaf der Fledermäuse nutzbar zu machen, reicht eine normale Sicherung mit Beton nicht aus. Die Risse in den Decken und Wänden müssen erhalten bleiben, da sich dort Tausende Mausohren verstecken. Der ehemalige Bierkeller wurde bereits auf diese Art saniert, momentan laufen die Bauarbeiten an einem ähnlich großen Stollen, keine 100 Meter entfernt. Der Stollen N wird mit Felsankern gesichert, diese sollen verhindern, dass der Eingang zusammenbricht. Diese Maßnahme wird 160 000 Euro des Budgets aufbrauchen.

Ein Problem des Projekts ist die Sicherheit. Zwar wurde das Gelände von der Nabu eingezäunt, jedoch dringen häufig Menschen in das Gelände ein. Die vielen Löcher und einsturzgefährdeten Stollen können so zu einer lebensgefährlichen Falle werden, warnt Dr. Andreas Kiefer. Um das Projekt den Bürgern näher zu bringen, möchte er im nächsten Jahr weitere Führungen durch das Mayener Grubenfeld anbieten. In diesem Jahr können Interessierte im Rahmen der 14. Europäischen Bat-Night am 28. August Fledermäuse in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Rheinland-Pfalz
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