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Hahn könnte nachts Frankfurts Cargo-Betrieb übernehmen

Mainz – „Wir sind bereit, Lufthansa Cargo und andere Fluggesellschaften können sofort kommen“, dieses Angebot machte gestern der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) über den Rhein nach Hessen. Der Hahn sei sowohl logistisch als auch wirtschaftlich die Alternative.

Mainz – „Wir sind bereit, Lufthansa Cargo und andere Fluggesellschaften können sofort kommen“, dieses Angebot machte gestern der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) über den Rhein nach Hessen. Der Hahn sei sowohl logistisch als auch wirtschaftlich die Alternative.

Denn in Frankfurt drohen gravierende Einschränkungen für den nächtlichen Flugbetrieb. Als Ausgleich für den Bau der vierten Startbahn war ein striktes Nachtflugverbot zugesagt, das jetzt in dieser Konsequenz aber nicht realisiert werden soll. Beim Bundesverwaltungsgericht sind Klagen gegen die Nachtflüge anhängig. Noch in diesem Jahr könnte eine höchstrichterliche Entscheidung fallen.

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, gab Hering eine Gutachten in Auftrag. „Hahn kann als Ausweichstandort für Lufthansa Cargo und andere Fluggesellschaften dienen“, sagte er bei der Vorstellung der Expertise. Die 24-Stunden-Betriebserlaubnis, die gute Verkehrsanbildung durch die demnächst vierspurige B 50 und erhebliche Ansiedlungsmöglichkeiten, gehören für Hering zu den unbestreitbaren Trümpfen des Hahns.

Das Gutachten kommt zum Ergebnis, dass eine Übernahme des Frachtverkehrs in der Kernzeit zwischen 23 und 5 Uhr zeitnah möglich ist. In Frankfurt gibt es wöchentlich in diesem Zeitfenster 38 Flugbewegungen von Lufthansa Cargo. Als Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb müssten mindestens vier bis sechs Abstellpositionen zusätzlich auf dem Vorfeld gebaut werden. Außerdem sind weiteres Gerät zum Be-und Entladen der Maschinen notwendig. Das kostet laut Hering sechs bis sieben Millionen Euro. Für Hahn-Chef Jörg Schumacher wird der zeitliche Mehraufwand durch den Transport der Fracht von Frankfurt zum Hahn durch schnelle Abwicklungszeiten kompensiert. „Bei uns dauert es maximal zwei Stunden bis die Fracht verzollt vom Flieger auf dem Lkw ist, während in Frankfurt mindestens vier Stunden dafür benötigt werden“, verdeutlichte er. Einen weiteren Vorteil sieht Schumacher in den günstigere Gebühren und Kostenstrukturen auf dem Hunsrück.

Protest angesichts höherer nächtlichen Lärmbelästigung schließen Hering und Schumacher unisono aus. Wie kein anderer Flughafen in Deutschland sei der Hahn von der Bevölkerung akzeptiert. Im Gegensatz zu Passagierflügen böte der Frachtbetrieb auch ein weiteres Plus an Arbeitsplätzen.

Etablierte Frachtlinien hätten gezeigt, dass ein erfolgreiches Zusammenspiel der Flughäfen Frankfurt und Hahn möglich ist.

Verkehrsminister Hering präsentierte auch eine neue Fluglinie. Dreimal wöchentlich wird die indische Frachtlinie „Arian Cargo“ ab sofort von Delhi und Mumbai zum Hahn fliegen. Wizzair erweitert seinen Sommerflugplan vom Hunsrück mit den Zielen Sofia und Budapest.

Werner Dupuis

- Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz: www.mwvlw.rlp.de

- Pressemitteilung zum Gutachten: http://dpaq.de/TsQUN

- Flughafen Hahn: www.hahn-airport.de

- Flughafen Frankfurt: www.frankfurt-airport.de

Rheinland-Pfalz
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