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    Bad Ems

    Hagel, Spätfrost und Starkregen verringern Weinmosternte: Niedrigster Ertrag seit sieben Jahren

    Die Winzer laufen derzeit durch die Weinberge, um schnell die Trauben zu holen. Vollernter fahren Tag und Nacht. Die Lese ist im vollen Gang. Trotz all der Mühen wird am Ende vielerorts weniger Wein in den Kellern landen als in den Vorjahren.

    Weintrauben
    Frisch geerntete Weintrauben.
    Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv

    Die Weinernte in Rheinland-Pfalz dürfte in diesem Jahr wegen Frost, Hagel und Starkregen so gering ausfallen wie seit Jahren nicht mehr. Das Statistische Landesamt in Bad Ems schätzt die Weinmosternte auf 5,4 Millionen Hektoliter, was knapp acht Prozent weniger wären als im Vorjahr. Ob wegen der Verknappung die Preise steigen, ist aber noch unklar.

    Derzeit befinden sich die Winzer im Erntestress. «Wegen den jüngsten Regengüssen muss jetzt alles sehr, sehr schnell gehen», sagte Pia Johannson vom Deutschen Weininstitut (DWI). "Die Winzer haben zum Sprint angesetzt." Die Lese hatte wegen der frühen Blüte früher begonnen als im langjährigen Schnitt. Nun müssen die Trauben schnell runtergeholt werden, weil sie aufzuplatzen drohen, wenn sie sehr prall gefüllt sind. Bei Feuchtigkeit sind sie auch eher angreifbar für Schädlinge.

    Einer der Hauptgründe für die geringere Ernte sind die Spätfroste im April. Aber auch Starkregen und Hagel hätten vielen Weinbergen zugesetzt, hieß es beim Statistischen Landesamt. Dabei gibt es regional oder sogar lokal sehr große Unterschiede: Manche Winzer sind laut DWI nur wenig von den Niederschlägen betroffen, andere rechnen mit starken Einbußen. Der Hagel hat unter anderem Winzer rund um Gundersheim in Rheinhessen getroffen.

    Die Preisentwicklung für dieses Jahr beim Wein sei noch unklar, sagte Johannson. "In der Regel funktioniert es so einfach nicht, dass Winzer eine geringere Menge durch höhere Preise ausgleichen können." Die Erfahrung zeige, dass der Preisanstieg meist eher marginal sei. Immerhin: Die Qualität der Trauben sei "gut bis sehr gut".

    Stimmen die Schätzungen des Landesamtes, fällt vor allem die Rotmosternte gering aus. Sie wird derzeit auf knapp 1,7 Millionen Hektoliter prognostiziert, das wären 20 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Bei weißen Mosten wurde ein Minus von 6 Prozent errechnet. Unter den Weinanbaugebieten im Land ist Rheinhessen dasjenige mit den wohl stärksten Einbußen.

    Die Spätfröste haben auch die Obstbauern massiv getroffen. Die jüngsten Schätzungen der Statistiker für die Apfelernte liegen noch unter den bisherigen Annahmen. Das Landesamt geht nun nur noch von einer Ernte von 9500 Tonnen Äpfel aus. Das würde die bisher geringste Apfelernte aus dem Jahr 1981 mit damals 13 100 Tonnen deutlich unterschreiten.

    Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd hatte zuletzt betont, dass es wegen der geringen Apfelernte zu Preiserhöhungen kommen könne. Genaue Daten zum Erwerbsobstbau werden von den Statistikern seit 1974 erfasst. Äpfel sind mit einer Anbaufläche von 1390 Hektar dem Statistischen Landesamt zufolge die wichtigste Obstart in Rheinland-Pfalz..

    dpa

    Rheinland-Pfalz
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