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Lahnstein

Gekenterte werden immer noch vermisst: "Extremster Einsatz in all den Jahren"

Einen Tag nach dem tragischen Bootsunfall auf der Lahn, bei dem ein 19-Jähriger und ein 22-Jähriger in die Lahn stürzten und seitdem vermisst werden, ist die Betroffenheit immer noch groß. Erst mit etwas Abstand wird das ganze Ausmaß des Unglücks deutlich.

Foto: Sascha Ditscher

Nicht nur die Angehörigen sind fassungslos und fragen sich immer wieder nach dem warum. Auch bei den Rettungskräften hat die nächtliche Suchaktion tiefe Spuren hinterlassen. „Bei dem Rettungsversuch war einer unserer Männer in Lebensgefahr“, sagte Karsten Grochowiak von der Taucherstaffel der Feuerwehr. Anwohner hatten die Hilferufe in der Nacht von Samstag auf Sonntag gehört und daraufhin die Polizei alarmiert. Als die Retter am Einsatzort eintrafen war noch eine Person im Wehrbereich im Wasser zu sehen. Drei Taucher versuchten den jungen Mann zu retten.

Dramatische Szenen für alle Beteiligten

Doch einer der Rettungstaucher musste mit ansehen, wie der Gekenterte nur eine Handbreit von ihm entfernt von dem großen Sog in die Tiefe gezogen wurde. Aber damit nicht genug. Der Taucher selbst drohte ebenfalls von diesem Sog erfasst zu werden. Dramatische Szenen für alle Beteiligten: „Dank der Sicherheitsleine konnten wir unseren Taucher mit vereinten Kräften herausziehen“, sagte Grochowiak. Er selbst ist seit 20 Jahren dabei, doch „das war der extremste Einsatz in all den Jahren.“

Oberbürgermeister Peter Labonte kümmert sich seit gestern nicht nur um die Angehörigen: „Unsere Leute sind psychisch und physisch sehr belastet. Beinahe hätten sie einen Kameraden verloren.“ Unter den extremen Bedingungen mit dem Hochwasser und der nächtlichen Dunkelheit haben die Helfer alle Möglichkeiten ausgereizt. Und doch konnten sie nicht helfen. „Mit all dem müssen wir jetzt erst mal fertig werden“, sagte Grochowiak. Gespräche unter Kollegen und auch mit Psychologen sollen helfen das Erlebte zu verarbeiten. Noch in der Nacht hatten Einsatzkräfte im Uferbereich einen Rucksack mit persönlichen Gegenständen gefunden, anhand dessen die Identität der Gekenterten ermittelt werden konnte.

Eisige Wassertemperaturen sind nur für gewisse Zeit auszuhalten

Die Wasserschutzpolizei setzt die Suche mit Booten fort. Doch Hoffnungen gibt es kaum noch. Ein Sprecher der Wasserschutzpolizei erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass die eisigen Wassertemperaturen und die starke Strömung nur für eine gewisse Zeit auszuhalten seien. Wenn die Gekenterten wirklich auf den Rhein getrieben worden seien, so könnten sie bei der momentanen Strömung schon sehr weit abgetrieben worden sein. Die Helfer können aber auch nicht ausschließen, dass die vermissten jungen Männer sich noch im Wehrbereich befinden. „Die enorme Wasserwalze macht es den Helfern im Moment unmöglich, dort noch mal zu suchen“, sagte Labonte.
nbo

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