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Monzingen

Fünf Tote auf Bahnübergang – Ermittlungen zu Unfall laufen weiter [4. Update]

Bei einem schrecklichen Verkehrsunfall auf dem Bahnübergang bei Monzingen (Kreis Bad Kreuznach) starben am Samstag um 6 Uhr fünf junge Leute im Alter von 16 bis 23 Jahren.

Nach bisher noch unbestätigten Angaben war der Fahrer eines Opel Astra offenbar zwischen den Halbschranken hindurch auf den Bahnübergang gefahren und wollte dann drehen. Die etwas längere Schranke auf der anderen Seite verhinderte die Durchfahrt. Der ungebremst mit Tempo 130 bis 140 km/h heranrasende Regionalexpress erfasste das Auto. Der Wagen wurde dabei in zwei Teile gerissen. Der Zug kam erst rund 800 Meter von der Unfallstelle entfernt zum Stehen. Auf Hunderten Metern Länge lagen Teile des Autos.

Für die jungen Männer aus Meisenheim (von dort stammen zwei der Opfer), Merxheim, Odenbach und Martinstein kam jede Hilfe zu spät. Der Zugführer erlitt einen Schock und wurde ins Krankenhaus gebracht. Im Zug gab es offenbar keine Verletzten. Die Passagiere wurde mit einem Bus weitertransportiert. Der Bahnverkehr blieb stundenlang gesperrt, denn die Gutachter hatten Dutzende von Spuren zu sichern. Zur Rekonstruktion des Unfallhergangs wurden auch Luftbilder angefertigt.

Ein Kriseninterventionsteam von DRK und Maltesern war vor Ort und übernahm dann auch die Aufgabe, die Angehörigen der Opfer zu informierten. Über die Leitstelle wurden die Feuerwehren von Monzingen und Bad Sobernheim mit Wehrleiter Lothar Dressel (Monzingen) alarmiert, die nach stundenlanger Arbeit der Gutachter die beiden noch in einem Wrackteil eingeklemmten Toten bergen mussten. Mit einem Großaufgebot waren Polizei und Bundespolizei im Einsatz, sperrten die Unfallstelle weiträumig ab. Auch Bürgermeister Rolf Kehl war vor Ort.

Zugreisende aus Monzingen wurden per Taxi zum nächsten Bahnhof gebracht. Am Bahnübergang Monzingen hatte es in den vergangenen drei Jahren schon drei Todesopfer gegeben, auf die Kreuze an den Gleisen hinweisen.

[1. Update:] Kurz nach dem Unglück wurde bereits die Information verbreitet, die Schranken seien unten gewesen. „Wir wollen uns an solchen Spekulationen nicht beteiligen“, sagte hingegen ein Sprecher der Polizei. Es sei erst noch zu klären, ob die Halbschranken unten waren. Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach beauftragte einen Gutachter mit den Ermittlungen. Wann mit Ergebnissen zu rechnen sei, steht noch nicht fest.

[2. Update:] An dem Bahnübergang war es bereits vor drei Jahren zu schweren Unfällen bekommen. Einer verlief tödlich, der andere glimpflich.

[3. Update:] Die Polizei hat frühere Angaben zum Alter der Opfer korrigigiert. Demnach waren die fünf Männer 16 bis 23 Jahre alt. Unterdessen wurde im sozialen Netzwerk Facebook ein Beitrag eines Teilnehmers verbreitet, der bereits am vergangenen Sonntag darauf hingewiesen hat, dass die Schranken an dem Bahnübergang nicht zuverlässig funktionieren.

[4. Update:] Die Ermittlungen der Polizei laufen weiter. "Es wird einige Tage dauern, bis alles ausgewertet ist", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Wieso sich der Wagen mitten auf dem Bahnübergang mit Halbschranken in der Weinbaugemeinde Monzingen befand, soll ein Gutachter klären. Voraussichtlich erst am Montag werde auch entschieden, ob die Leichen rechtsmedizinisch untersucht werden, sagte der Polizeisprecher.

as/dpa/msc

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