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    Freigabe am 13. April? Schiersteiner Brücke ist wieder auf der Höhe

    Nach acht Stunden bangen Wartens war es geschafft: Das um 30 Zentimeter abgesunkene Teilstück der Schiersteiner Brücke ist wieder auf seiner ursprünglichen Höhe. 20 Pressen hatten den insgesamt etwa 5000 Tonnen schweren Brückenabschnitt, der am Abend des 10. Februars plötzlich abgesackt war, an Gründonnerstag in seine alte Position zurückbringen können.

    Von unserem Redakteur Dominic Schreiner

    "Ich bin sehr zufrieden", sagte Bernd Hölzgen, Chef des Landesbetriebs Mobilität (LBM) und als solcher für die Reparaturarbeiten an der Brücke verantwortlich.

    Die Erleichterung darüber, dass der knifflige und technisch anspruchsvolle Vorgang gelungen ist, dürfte nicht nur bei den an der Aktion beteiligten LBM-Mitarbeitern und den Experten der Spezialfirma Max Bögl aus der Oberpfalz groß sein. Denn eine ganze Region kann nun darauf hoffen, dass voraussichtlich ab 13. April - also kurz nach dem Ende der Osterferien - der Verkehr wieder über die Brücke, die im Ballungsraum Rhein-Main-Gebiet eine der wichtigsten Verkehrsadern ist, rollen kann. Wenngleich mit einer gewichtigen Einschränkung.

    Gegen 8 Uhr hatte das Pressen bei Nieselregen und teils stürmischen Windböen begonnen. Die gelben Pressen, unscheinbar bei Ausmaßen von etwa 70 Zentimeter Höhe und 40 Zentimeter Durchmesser, waren zuvor auf eigens installierte Stützpfeiler montiert und mit einem hydraulischen System vernetzt worden. Nach dem Startsignal hoben sie das abgesackte Brückenteil in Zwei-Zentimeter-Schritten an - behutsam, um den Überbau nicht unnötigen Belastungen auszusetzen. Ein Pressvorgang dauerte 15 Minuten.

    Pressvorgang recht unspektakulär

    Waren zwei der insgesamt 30 Zentimeter langen Wegstrecke überbrückt, wurde die so entstandene Lücke zwischen Stütze und Brückenkörper mit Stahlplatten gefüllt, die ein Zurücksinken in die alte Position verhindern sollten. Anschließend kamen Statiker und Ingenieure zum Einsatz, die zahlreiche Messungen vornahmen und dann grünes Licht für den nächsten Pressvorgang geben mussten.

    Für die Zaungäste war der mit Spannung erwartete wichtigste Zwischenschritt bei den Reparaturarbeiten eher unspektakulär, und das trotz seines hohen technischen Anspruchs. Davon ließen sich die etwa 70 Medienvertreter - darunter ein gutes Dutzend Kamerateams mit Übertragungswagen, Zeitungs- Radio- und Fernsehreporter sowie zahlreiche Fotografen -, die die Baustelle und vor allem LBM-Chef Bernd Hölzgen teilweise regelrecht belagerten, keinesfalls ausbremsen.

    Das ist verständlich, denn neben dem Flughafen in Berlin und der Elbphilharmonie in Hamburg dürfte die Baustelle an der Schiersteiner Brücke in den vergangenen Wochen zu den wohl populärsten Baustellen Deutschlands gehört haben. Dementsprechend groß war das Interesse an dem Pressvorgang, dementsprechend konzentriert hingen die Reporter an Hölzgens Lippen, um ja kein einziges Wort zu verpassen.

    Nötig geworden war das Spektakel dadurch, dass sich einer der Stützpfeiler der Vorlandbrücke infolge von Bauarbeiten um 20 Zentimeter geneigt hatte. Daraufhin war eines der Lager, das am oberen Ende eines jeden Pfeilers Schwingungen der Brücke abfedern soll, vom Sockel gestürzt. Die Brücke kippte daraufhin an ihrer Längsachse kurzfristig komplett zur Seite, bis das Zwillingslager unter der gegenüberliegenden Flanke die Neigung wieder ausgleichen konnte. Und ab dann hieß es hier: Nichts geht mehr über den Rhein.

    Keine schweren Lkw zugelassen

    Nun werden die Männer des LBM auch über die Osterfeiertage alles daransetzen, die Brücke wieder richtig fit zu bekommen. Im Laufe der kommenden Woche sollen dann Belastungsproben erfolgen, die in ihrer Intensität stufenweise ansteigen sollen. "Erst dann können wir auch sicher sagen, ob wir dem Verkehr über die Brücke für den 13. April tatsächlich eine Freigabe erteilen können", betont Hölzgen.

    Korrekterweise müsste es jedoch eigentlich Teilfreigabe heißen. Denn wie bereits vom LBM in den vergangenen Wochen immer wieder angekündigt, werden auch dann nur Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 3,5 Tonnen von Mainz-Mombach nach Schierstein und in umgekehrter Richtung mit maximal 40 km/h über den Rhein rollen können. Der Schwerlastverkehr soll weiterhin von der Brücke ferngehalten werden. Und dafür will der LBM bereits in den nächsten Tagen ein Verkehrsleitsystem installieren.

    Ein sogenanntes Weight-in-Motion-System soll mittels Laserscanner Gewicht, Höhe und Breite der Fahrzeuge auf der Vorlandbrücke messen. Fällt ein Lkw durch das Raster, bekommt dessen Fahrer durch Ampeln signalisiert, dass er die A 643 noch vor Rheinquerung an der Anschlussstelle Mombach verlassen muss. Ignoriert er diese Signale, geht kurz vor Ende der Vorlandbrücke dann eine Schranke runter, und für den Brummi ist der Ausflug auf die Brücke vorbei. Ärgerlich für den Schwerlastverkehr - den Insassen der gut 72 000 verbleibenden Fahrzeuge, die die Brücke vor allem im Berufsverkehr überqueren müssen, dürfte das aber relativ egal sein.

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