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    FrankfurtFrankfurter Tigerchen Daseep zeigt die Krallen

    Völlig unerwartet kamen im Frankfurter Zoo im September zwei Sumatra-Tiger zur Welt. Nur eines, ein Weibchen, überlebte. Die Mutter nahm es aber nicht an. Die kleine Daseep soll deshalb nicht lange in Frankfurt bleiben - in Wuppertal wartet ein anderes verlassenes Tigerjunges auf einen Spielgefährten.

    Frankfurt - Als Tierpflegerin Kerstin Finze am Morgen des 10. September zur Arbeit im Frankfurter Zoo kommt, traut sie ihren Ohren nicht: Aus der Wurfbox im Tigergehege tönt kräftiges Quieken. Völlig unerwartet hat Tigerweibchen Malea Nachwuchs bekommen.

    "Für mich war das erstmal ein riesengroßer Schreck und eine Überraschung", sagt Finze am Mittwoch bei der ersten Präsentation des Babys. Keiner hatte damit gerechnet. Die neunjährige Malea galt als unfruchtbar. Zunächst hätten alle an einen Scherz geglaubt, berichtet die Pflegerin, die seitdem kurze Nächte hat. Das süße Tigerbaby, das auf den Namen Daseep getauft wurde, bekommt nämlich die Flasche, weil die Mutter es nicht annahm

    Es ist das erste Tigerbaby in Frankfurt seit 26 Jahren. Die kleine Sumatra-Tigerin bringt inzwischen vier Kilo auf die Waage. 120 Kilo könnten es werden, wenn sie ausgewachsen ist. Vor der Presse zeigte sie sich neugierig, fauchte laut und ließ sich durch minutenlanges Blitzlichtgewitter nicht einschüchtern. "Sie war von Anfang an eine Kämpferin", sagt Zoodirektor Manfred Niekisch.

    Das zweite Junge, das geboren wurde, überlebte nicht. Tigerin Malea habe kein Interesse an ihrem Nachwuchs gezeigt, "das ist nicht ungewöhnlich beim ersten Wurf", sagt Niekisch. Vater Iban zeigte sich von dem Familienzuwachs völlig unbeeindruckt. Iban und Malea sind die einzigen Tiger in Frankfurt.

    Damit Daseep nicht allein bleibt, soll sie Ende Oktober nach Wuppertal ziehen. Dort kam am 22. August eine Sibirische Tigerin zur Welt, die ebenfalls nicht angenommen wurde. Zusammen sollen die beiden Tiger Sozialverhalten lernen. In Frankfurt sei kein Platz für zwei Jungtiere.

    Ob Daseep einmal zurückkommt, ist fraglich - solange Vater Iban dort lebt, wird zur Inzuchtvorbeugung jedenfalls daraus nichts. Bis zum Umzug soll das Junge nachmittags eine Stunde lang in einem Container zusammen mit einer Pflegerin zu sehen sein.

    Niekisch nennt die Tiger-Geburt ein Riesenglück. Sumatra-Tiger gehörten zu den am stärksten bedrohten Tierarten. Nur noch rund 400 Tiere leben in freier Wildbahn. In europäischen Zoos gibt es 101 Tiere. In Frankfurt hofft der Zoo, dass es im nächsten Jahr erneut klappt und der Nachwuchs angenommen wird.

    Sabine Ränsch

    Frankfurter Tiger Daseep entzückt die Presse
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