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Flussturbinen liefern Strom aus dem Rhein

St. Goar/Frankenthal – Windenergie, Biomasse oder Solarstrom sind in aller Munde. Die Frankenthaler Firma KSB hat jetzt auch den Rhein als Energiequelle entdeckt.

Eine Flussturbine wird bei St. Goar zu Wasser gelassen.
Eine Flussturbine wird bei St. Goar zu Wasser gelassen.

St. Goar/Frankenthal – Windenergie, Biomasse oder Solarstrom sind in aller Munde. Dagegen fristet die Wasserkraft als Stromerzeuger in unserer Region ein Schattendasein. Das könnte sich bald ändern. Die Frankenthaler Firma KSB hat den Rhein als Energiequelle entdeckt.

Zwei Turbinen, die in fünf Metern Tiefe auf dem Rheingrund am Ehrenthaler Werth bei St. Goar verankert sind, liefern seit Montag Strom. Das „Mini-Kraftwerk“ gehört dem in Frankenthal ansässigen Konzern KSB. Der Weltmarkführer in der Herstellung von Pumpen und Armaturen testet im Welterbetal den Einsatz von Flussturbinen für die Stromerzeugung und betritt damit energiepolitisches Neuland.

Um Wasserkraft in elektrische Energie umzuwandeln, müssen in der Regel Staudämme gebaut werden. Oder es sind andere Eingriffe in die Landschaft vonnöten. Die zwischen St. Goar-Fellen und dem Bopparder Stadtteil Hirzenach eingesetzen Flussturbinen wandeln die natürliche Kraft des Rheinstromes in elektrische Energie um. Es bedarf keines Eingriffes in die Natur. Wären da nicht die Markierungsbojen, käme niemand auf die Idee, dass unter der Wasseroberfläche ein kleines Kraftwerk schlummert. Selbst den Fischen können die Turbinen nichts anhaben.

Der Stromabschnitt zwischen dem Ehrenthaler Werth und dem linksrheinischen Ufer ist ideal für den Einsatz der Flussturbinen. Jeglicher Schiffsverkehr ist hier untersagt. Und mit einer Fließgeschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde hat der Rhein ordentlich Power.

Etwa ein Jahr lang wollen die Frankenthaler ihre Pilotanlage in St. Goar testen und danach entscheiden, ob sie großflächig in die Stromerzeugung mittels Flussturbinen einsteigen. Marktpotenzial für die „kleine Wasserkraft“, die ohne Eingriff in die natürliche Geländeformation auskommt, ist nach Erkenntnissen von KSB vorhanden.

Auch das Land ist an einem Ausbau jener sanften Form der Wasserkraftnutzung interessiert. Umweltministerin Margit Conrad, die den Anschluss der St. Goarer Turbinen ans Stromnetz am Firmensitz in Frankenthal verfolgte, nannte die Flussturbinen-Pilotanlage als ein Beispiel dafür, wie Fließgewässer durch den Einsatz moderner Technologien hocheffizient und zugleich wasserwirtschaftlich verträglich genutzt werden können.

Die beiden Turbinen mit einer Nennleistung von fünf bis sieben Kilowattstunden erzeugen Strom, der für zehn Haushalte reicht. Ein lohnendes Unterfangen auch im Hinblick auf den Ausbau Erneuerbarer Energien wird das Projekt bei einer Einrichtung von Flussturbinen-Parks. Eine geballte Turbinen-Anlage wäre am Standort Ehrenthaler Werth denkbar. Die Grundvoraussetzung ist erfüllt: Das sensible Welterbetal kann das Unterwasser-Kraftwerk vertragen.

Wolfgang Wendling

Rheinland-Pfalz
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