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    Raubach/Dormagen

    Finanzskandal erschüttert Rheinischen Schützenbund

    Finanzskandal beim Rheinischen Schützenbund. Der langjährige Schatzmeister hat hohe Beträge auf Privatkonten gebucht. Angeblich soll es sich um 350.000 Euro handeln.

    Raubach/Dormagen - Heftige finanzielle Turbulenzen erschüttern den Rheinischen Schützenbund (RSB). Der Vorstand um den Präsidenten Harry Hachenberg (Raubach) hat bei der jüngsten Delegiertenversammlung freiwillig auf die Entlastung verzichtet. Im Zentrum der Kritik: Der Ex-Schatzmeister, der Geld des Verbandes auf Privatkonten gehortet hat.

    Um wie viel Geld es bei einem Finanzskandal im Rheinischen Schützenbund geht, ist noch unklar. Präsident Harry Hachenberg wollte die Summe im Gespräch mit unserer Zeitung nicht nennen. Es habe bisher nur eine Schnellprüfung stattgefunden. Nur so viel - so vielsagend: "Die berichtete Zahl ist nicht ganz aus der Luft gegriffen." Die Rheinische Post (RP) hatte von 350.000 Euro geschrieben.

    Geld ist auf Sparbüchern des Schatzmeisters

    Das Geld hat der Schatzmeister, der bei der Delegiertenversammlung in Dormagen "aus gesundheitlichen Gründen" zurücktrat, auf Festgeldkonten unter seinem Namen angelegt. Folglich hat der RSB, wie Hachenberg bestätigt, derzeit keinen Zugriff darauf. Die Bank habe aber indirekt bestätigt, dass das Geld noch da sei.

    Eben darauf beharrt auch der Ex-Schatzmeister, der laut RP von einer Kampagne spricht. "Seit zehn Jahren wurde Festgeld des RSB auf meinen Namen angelegt. Das wusste jeder. Jetzt will man mir einen Strick daraus drehen", sagte er gegenüber der Zeitung, attestierte aber gleichzeitig, dass ihm klar sei, dass der Vorgang "vereinsrechtlich nicht richtig" gewesen ist. "Aber das Geld ist nicht in Kairo oder Kenia zu finden, sondern auf Sparbüchern in meinem Tresor", wird der Ex-Schatzmeister - er ist im Hauptberuf Steuerberater - weiter zitiert.

    Wie Hachenberg sagt, hat der ehemalige Schatzmeister gegenüber dem RSB-Vorstand angegeben, dass er die Verbandsgelder "der Einfachheit halber" unter seinem privaten Namen angelegt hat. Dann bräuchte er nicht jedes Mal zwei Unterschriften. Kurios auch: Der Präsident bestätigt, dass der Vorgang erst jetzt durch einen Zufall ans Licht gekommen ist. "Wie wir jetzt wissen, macht er das aber schon seit 2005. Trotzdem ist das bei den Kassenprüfungen nie aufgefallen, und das, obwohl die Prüfer keine unbedarften Jungs, sondern teilweise Banker sind", kommentierte Hachenberg, der selbst zugibt, dass er dem Ex-Schatzmeister bis zu diesen Vorfällen vorbehaltlos vertraut hat. "Er war 23 Jahre Schatzmeister, und wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Ich hätte ihm mein Portemonnaie gegeben, um darauf aufzupassen."

    Intensive Prüfung der Transaktionen

    Der Rheinische Schützenbund will jetzt versuchen, über juristische Wege an sein Geld zu kommen. Parallel wird eine intensive Prüfung der Finanztransaktionen durchgeführt. Dabei wird auch die Frage geklärt, ob angefallene Zinsen in die Taschen des Ex-Schatzmeisters geflossen sind oder nicht. Liegen die Ergebnisse vor, will der Vorstand seine Mitglieder bei einer außerordentlichen Versammlung in der zweiten Jahreshälfte 2011 um Entlastung bitten.

    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

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