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Koblenz

Festungschef Thomas Metz spricht sich für Erhalt der Koblenzer Seilbahn aus

Bleibt die Seilbahn in Koblenz? Erstmals hat sich Thomas Metz, Leiter der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, öffentlich für den Verbleib ausgesprochen. Beim Buga-Forum, zu dem die Rhein-Zeitung exklusiv 50 Leser in die Lange Linie auf der Festung Ehrenbreitstein eingeladen hatte, machte sich der Festungschef die Antwort nicht leicht. Am Ende aber stand ein klares Ja für den Verbleib der Seilbahn.

"Wir haben den Verfassungsauftrag, die Kulturgüter in Obhut zu nehmen", argumentierte Thomas Metz bei der von Ingo Schneider, RZ-Redaktionsleiter Stadt Koblenz, moderierten Veranstaltung. In diesem Punkt spreche vor allem Ort und Gestaltung der Talstation neben der Kastorkirche absolut gegen den Verbleib der Seilbahn über das vereinbarte Jahr 2013 hinaus. Andererseits aber müsse man diese Haltung abwägen mit dem genauso wichtigen Ziel der Generaldirektion, das kulturelle Erbe für Besucher erfahrbar zu machen: "Was haben wir davon, wenn wir etwas erhalten, was keiner sieht?", fragte Metz. Seine persönliche Bilanz dieses Abwägungsprozesses: Die Seilbahn soll bleiben.

Allerdings weiß Thomas Metz auch, dass nicht alle diese Einschätzung teilen. Er geht davon aus, dass sich der Landesbeirat für Denkmalpflege in wenigen Tagen gegen den Verbleib der Seilbahn aussprechen wird, vor allem wegen der Talstation, die mit dem Denkmalschutz nicht zu vereinbaren sei. Außerdem ist schon abzusehen, dass es Klagen verschiedener Gruppen geben wird, da für die Seilbahn keine dauerhafte Genehmigung vorliegt. Und auch die Frage nach dem Unesco-Welterbe-Status steht weiterhin im Raum, denn bisher hätten sich zwar einzelne Unesco-Vertreter so geäußert, dass die Seilbahn das Welterbe nicht stört. Eine offizielle Entscheidung aber gebe es nicht, rief Metz in Erinnerung.

Dass die Festung zu einem Teil der Innenstadt geworden ist, hat sie aber vor allem der Seilbahn und dem Schrägaufzug zu verdanken, sagt Thomas Metz. Nicht nur die Ausstellungen, sondern auch Veranstaltungen profitieren enorm davon. "Ich erinnere an die gut besuchte Haribo-Ausstellung. Da sind die Besucher schulklassenweise vom Bahnhof in einer langen Reihe zu Fuß hier hoch gepilgert. Das ist jetzt nicht mehr nötig."

Für die touristische Nutzung ist die Seilbahn optimal, so Metz. Sie ersetze aber nicht den ebenso wichtigen Schrägaufzug. Denn der sei in den Öffentlichen Personennahverkehr eingebunden und ermögliche so auch Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, eine problemlose Anreise mit Bus oder Bahn nach Ehrenbreitstein und dann unmittelbar in die Festung. Die soll immer stärker auch für Veranstaltungen genutzt werden, wünscht sich Metz. Das Public Viewing während der Europameisterschaft sei da nur der Anfang. "Es gab früher schon super Ansätze, von der 2000-Jahr-Feier der Stadt Koblenz bis zu den Festungsspielen", sagt Metz. "Letztlich sind die tollen Ideen an der schlechten Erreichbarkeit des Ortes gescheitert. Das darf nicht mehr passieren."

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Rheinland-Pfalz
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