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Fährunternehmer in St. Goar sieht schwarz

Reaktionen nach dem Unesco-Entscheid: Widerstände am Mittelrhein, Gelassenheit am „Konkurrenzstandort“ Bingen.

Mittelrhein. Reaktionen nach dem Unesco-Entscheid: Widerstände am Mittelrhein, Gelassenheit am „Konkurrenzstandort“ Bingen.

Von unseren Reportern

  • „Ich bin ein Brückengegner", sagt Hans-Reinhold Hillesheim vom Hotel „Erholung" in St. Goarshausen. „Meine Gäste genießen die Fährüberfahrten." Gegen eine Brücke spreche eine unzureichende Straßenanbindung und eine zu befürchtende Verkehrsbelastung im Rheintal. Für Fußgänger sei die Brücke nicht geeignet, denn die müssten einen bis zu vier Kilometer langen Umweg machen, um ans andere Rheinufer zu gelangen.
  • Paul-Otto Singhof, Mercedes Singhof in Nastätten, sieht die Brücke mittelfristig als einen Gewinn für beide Regionen an. „Wir freuen uns, dass wir künftig auch für unsere Kunden auf der linken Rheinseite komfortabler erreichbar sind. Leider ist die Zuwegung zu dieser Brücke nur durch aufwendige Neuerschließungen möglich."
  • Schwarz sieht der Geschäftsführer der Fähre Loreley GmbH, Klaus Hammerl: „Das bedeutet für mich, dass ich das Unternehmen irgendwann einstelle. Auch die Nachbarfähren werden kaputt gehen." Dazu zählt er die Betriebe in Kaup, Boppard und „vermutlich auch Lorch". Die Fähre Loreley hat hat elf Mitarbeiter.
  • Am „Konkurrenzstandort" Bingen freut man sich zunächst einmal über die Grundsatzentscheidung der Unesco, am Mittelrhein eine Brücke zuzulassen. Doch die Entscheidung, ob St. Goar oder Bingen der bessere Standort ist, sollte noch einmal überprüft werden, sagt Bürgermeister Thomas Feser. Die Zu- und Abfahrt sei hier besser zu regeln und wegen des größeren Einzugsgebiets sei wohl auch die Wirtschaftlichkeit eher gegeben als bei einer regionalen Brücke. Die Binger Brücke entlaste auch die Schiersteiner Rheinbrücke, sagt Feser.
  • Weiter für eine Binger Brücke kämpfen will auch Thomas Höfer, Vorstandsmitglied im Förderverein „Brücken verbinden" und Naheweinpräsident. Höfer: „Wir wollen doch nur, dass die alte Brücke wieder hergestellt und diese Trennung, die an die Zonengrenze erinnert, aufgehoben wird. Das wäre die ideale Wirtschaftsförderung."
  • Die Bingen-Rüdesheimer Fährbetriebe sehen die Brückendebatte derzeit noch gelassen. Vorstandsmitglied Ferdinand Engelhart: „Ich kann es mir hier in Bingen nicht vorstellen, dass hier eine Brücke gebaut wird. Das Europa-Naturschutzreservat ist zu wichtig und die Verbände sind zu gut organisiert."

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