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    Ermittlungen gegen vier Apotheker

    Wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug mit Krebsmedikamenten sind vier Apotheker aus Mainz, Worms und Bingen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Der Leitende Oberstaatsanwalt von Mainz, Klaus-Peter Mieth, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage einen Bericht des Rundfunksenders NDR-Info. Demzufolge haben auch mehrere andere Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen insgesamt rund 60 Apotheker aufgenommen. Diese sollen über Großhändler im Ausland die Bestandteile für sogenannte Zytostatika, Zellwachstum- Hemmer für Krebspatienten, beschafft haben. Die Medikamente sind dort günstiger, in Deutschland aber nicht zugelassen.

    Apotheke
    Der Skandal wegen Betrugs mit Krebsmedikamenten weitet sich aus.

    Mainz - Wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug mit Krebsmedikamenten sind vier Apotheker aus Mainz, Worms und Bingen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Der Leitende Oberstaatsanwalt von Mainz, Klaus-Peter Mieth, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage einen Bericht des Rundfunksenders NDR-Info.

    Demzufolge haben auch mehrere andere Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen insgesamt rund 60 Apotheker aufgenommen. Diese sollen über Großhändler im Ausland die Bestandteile für sogenannte Zytostatika, Zellwachstum- Hemmer für Krebspatienten, beschafft haben. Die Medikamente sind dort günstiger, in Deutschland aber nicht zugelassen. 

    Apotheker bereiten die Rezepturen individuell für Krebs-Patienten zu, in diesen Fällen mit ausländischen Substanzen. Weder Ärzte noch Patienten konnten so nachvollziehen, woher das Medikament stammte. Bei den Krankenkassen sollen die Apotheker den in Deutschland üblichen Satz abgerechnet und so einen erheblich höheren Gewinn erzielt haben. Während einige Behörden dem Bericht zufolge schon Anklage erhoben haben, laufen die Ermittlungen in Mainz noch. Behördenchef Mieth sagte, er könne daher auch noch keine Schadenssumme nennen. Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Apotheker aus der Landeshauptstadt und jeweils einen aus Worms und Bingen. 

    Weitere Verfahren gibt es dem Bericht zufolge unter anderem noch gegen Apotheker in Augsburg, Braunschweig, Celle, Kiel, Münster und Wuppertal. Teilweise stehe hier die Anklage kurz bevor. Die Behörden in Mannheim und im niedersächsischen Verden hätten bereits Anklage erhoben. In Oldenburg und Hamburg habe es schon Geldstrafen gegeben. 

    Aufgeflogen war die Masche laut NDR-Info, weil einem Pharma-Großhändler ein Krebs-Mittel aus dem Ausland zu auffällig günstigen Konditionen angeboten wurde. Bei der Überprüfung der Substanzen stellte sich heraus, dass das über die Schweiz und Dubai gelieferte Präparat wirkungslos war. Der Großhändler benachrichtigte daraufhin die Krankenkassen, die Nachforschungen anstellten. 

    Alleine die AOK Niedersachsen beziffert den Schaden nach den Angaben auf über zwei Millionen Euro. Auch die Techniker Krankenkasse bestätigte NDR-Info entsprechende Erkenntnisse. Die Ersatzkassen rechneten mit einer Schadenssumme von mindestens zehn Millionen Euro. Bundesweit haben etwa 300 Apotheken eine Zulassung für die Zytostatika-Zubereitung.

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