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Koblenz

Die kleine Bombe ist gefährlicher als die große

"Nur" 125 Kilogramm wiegt die Sprengbombe, die in etwa in Höhe der Pfaffendorfer Grundschule im Rhein liegt. Dem Bombenexperten Horst Lenz aber bereitet sie deutlich mehr Kopfzerbrechen als die große 1800 Kilo schwere Luftmine, die ein Stück weiter rheinaufwärts liegt.

Wenn die übermannsgroße Weltkriegsbombe entschärft ist und zum Abtransport bereitsteht, dann hat Kampfmittelräumer Horst Lenz seinen Auftrag erfüllt.
Wenn die übermannsgroße Weltkriegsbombe entschärft ist und zum Abtransport bereitsteht, dann hat Kampfmittelräumer Horst Lenz seinen Auftrag erfüllt.
Foto: dpa

Koblenz – "Nur" 125 Kilogramm wiegt die Sprengbombe, die in etwa in Höhe der Pfaffendorfer Grundschule im Rhein liegt. Dem Bombenexperten Horst Lenz aber bereitet sie deutlich mehr Kopfzerbrechen als die große 1800 Kilo schwere Luftmine, die ein Stück weiter rheinaufwärts liegt.

"Die Bombe ist in einem Sch....zustand", sagt Lenz am Freitag. Die Experten gegen davon aus, dass sie beschädigt, mindestens aber deformiert ist. Zumindest ein Teil des Bodens fehlt, das haben Taucher sehen können.

Die Männer vom Kampfmittelräumdienst werden in zwei Teams am Sonntag gleichzeitig mit der Arbeit an beiden Bomben beginnen. Während die eine Gruppe die kleine Bombe an Land heben wird, beginnt das andere Team mit der Trockenlegung der großen Luftmine.

Dann soll die kleine Bombe entschärft werden, wenn alles gut geht: Mit einer Art Schlagbohrvorrichtung soll der Zünder herausgedreht werden. Doch genau dabei befürchtet Horst Lenz Probleme: "Diese amerikanischen Bomben sind aus Stahl, und der Zustand der Bombe lässt vermuten, dass das Zündgewinde sich möglicherweise nicht drehen wird.

Sollte das der Fall sein, bricht das Team die Arbeiten an der kleinen Bombe zunächst ab und stößt zum anderen Team, das parallel an der großen Luftmine weiterarbeitet. Denn hier geht Horst Lenz von einem verhältnismäßig reibungslosen Ablauf aus. Das Gewinde ist aus Messing, die Mine macht optisch einen guten Eindruck. Aber auch bei diesen Arbeiten werden sich alle zehn Fachleute hinter eine rund 50 Meter entfernte Schutzwand in Sicherheit bringen, während sie mit einer Seilwinde versuchen das Gewinde zu lösen. "100-prozentig in Sicherheit wären wir da nicht, wenn die Mine hoch geht", sagt der 56-Jährige. "Aber zu 75 Prozent könnten wir überleben."

Wenn die Luftmine entschärft ist, kann sich dann das ganze Team der kleinen Bombe widmen. "Denn manches ist einfach eine Frage der Kraft." Dass es irgendwie klappen wir, davon ist der Bombenexperte überzeugt. "Sonst würde ich es nicht machen."

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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