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Cochem

Cochem: Ex-Geheimbunker der Bundesbank öffnet seine Tore

Die Bundesbank lüftet ein Geheimnis: Besucher können sich auf die Spuren der deutschen Notstandswährung begeben. Die Bundesbank hatte die Geldscheine einst an der Mosel versteckt. Bis unter die Decke haben sich dort früher 15 Milliarden D-Mark einer geheimen Ersatzwährung für den Krisenfall gestapelt: Der ehemalige Geheimbunker der Deutschen Bundesbank in Cochem an der Mosel hat nun für Besucher geöffnet.

Die unterirdische Festung in Cochem aus den Zeiten des Kalten Krieges hat ab sofort für Besucher geöffnet.
Die unterirdische Festung in Cochem aus den Zeiten des Kalten Krieges hat ab sofort für Besucher geöffnet.
Foto: Sascha Kelschenbach via dpa
Von Jens Albes (dpa)
Bis Ostern 2016 würden Gruppenführungen angeboten, teilten die privaten Eigentümer Petra und Manfred Reuter am Dienstag mit. Dann könnten auch Einzelbesucher die unterirdische Festung aus den Zeiten des Kalten Krieges besichtigen.

Der Bunker war 1962 mitten in einem Wohngebiet in bis zu 30 Meter Tiefe in einen Moselhang gebaut worden. 2010 gab es bereits einige Führungen. Im darauffolgenden Jahr kam die Anlage, die lange Jahre zum Verkauf stand, unter Denkmalschutz. 2014 erwarb das Busunternehmer-Ehepaar Petra und Manfred Reuter nach eigenen Angaben den einstigen Bankbunker und renovierte ihn. Das ehemalige Schulungsheim der Deutschen Bundesbank über der Anlage soll sich bis 2016 in ein Hotel mit 32 Betten verwandeln.

Notstandswährung für den Fall einer Hyperinflation

Ein Vierteljahrhundert lang war in den unterirdischen Räumen einst die deutsche Notstandswährung versteckt. Sie sollte bei einer Hyperinflation im Krisenfall als neues Zahlungsmittel für stabile Verhältnisse im Staat sorgen. Noch bis 1969 wurden Geldscheine der sogenannten BBk-Serie II angeliefert, die den gültigen D-Mark-Noten stark ähnelten. Im Falle eines Atomkriegs hätten im Bundesbank-Bunker angeblich 175 Menschen bis zu 14 Tage überleben können.

Auch als Atombunker geeignet

Neben einer eigenen Stromversorgung gab es einen riesigen Trinkwassertank. Eine Luftfilteranlage sowie Schleusen und Dekontaminationsräume sollten die Gefahr einer radioaktiven Verstrahlung eindämmen. Der Schlüssel für die acht Tonnen schwere Tresortür lag bei der Bundesbank in Frankfurt. Doch noch vor der Wende wurde das gesamte Geld 1988 abtransportiert und vernichtet.

Eintritt 9,50 für Erwachsene, 5 Euro für Kinder bis 14 Jahre, Mindestpreis pro Gruppe 120 Euro

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