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    Koblenz

    Buga: Kirchen treiben ökumenische Blüten

    Was gehört zu einer Bundesgartenschau? Blumen natürlich, Bäume, gestaltete Flächen. "Und Kirche", sagen die beiden Koblenzer Buga-Beauftragten, Sven Dreiser (evangelisch) und Kalle Grundmann (katholisch), im Brustton der Überzeugung. Denn Natur und Gestaltung von Natur sind nicht nur grundlegende Themen einer Gartenschau, sondern auch der christlichen Schöpfungstheologie.

    Buga: Kirchen treiben ökumenische Blüten
    Die Gesichter der Kirche auf der Buga: Der evangelische Pfarrer Sven Dreiser (links) und der katholische Pastoralreferent Kalle Grundmann präsentieren hoch oben auf dem Plateau der Festung Ehrenbreitstein mit Blick auf das Deutsche Eck das Logo "Felsenfest wandelweise". Das Motto lehnt sich an das offizielle Buga-Logo "Koblenz verwandelt" an, will aber gleichzeitig deutlich machen, dass Tradition und Wurzeln im Glauben wichtig sind, um Wandel zu gestalten.
    Foto: Annette Hoppen

    Noch sind es 394 Tage bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau am 15. April 2011 in Koblenz. Überall in der Stadt wird gewerkelt. Das Rahmenprogramm wird erstellt. Und auch die Köpfe in den Kirchen rauchen schon länger kräftig: Die beiden Akteure des "ökumenischen Kirchenprojekts zur Buga 2011", wie es offiziell heißt, arbeiten fieberhaft an Details.

    Das grobe Konzept steht. Dreh- und Angelpunkt ist die grundsätzliche Überlegung, dass Kirche und Bundesgartenschau gut zusammenpassen, ja geradezu zusammengehören. "Denn Natur oder gestaltete Natur ist ja nicht nur ein Thema der Buga, sondern auch der Schöpfungstheologie", sagt Pfarrer Sven Dreiser, der genau wie sein katholischer Kollege, der Pastoralreferent Kalle Grundmann, derzeit mit einer halben Stelle für die Buga-Planung freigestellt ist.

    Dabei ist ganz klar: "Wir werden keine Faltblätter verteilen, wie toll die Kirchen sind", sagt Kalle Grundmann und schmunzelt. "Passantenpastoral" ist das Stichwort. Menschen, die auf der Buga sind, können - oder sollen, wenn es nach den beiden Theologen geht - hier in irgendeiner Form "über Gott stolpern". Missionarisch will sich die Kirche präsentieren - aber nicht in dem Sinn, wie das Wort sich entwickelt hat, sondern im Ursprungssinn, betont Grundmann: "Missio bedeutet ja ,Ich bin geschickt". Wir werden also einfach da sein."

    Die Angebote, die die Kirchen machen wollen, orientieren sich an der Überlegung, dass die Besucher erstens meist nicht länger als einen Tag zu Gast in Koblenz sind und zweitens nicht wegen der Kirchenveranstaltungen, sondern wegen der Buga gekommen sind. Es wird also eher kürzere Angebote geben. Und eher welche, die sich nicht unbedingt nur an die Köpfe, sondern an den ganzen Menschen wenden. Die Festungskirche hoch oben auf dem Festungsplateau Ehrenbreitstein wird das Zentrum der Aktivitäten sein, liegt sie doch mitten in einem der drei Buga-Kernbereiche (Kurfürstliches Schloss/Schlossplatz/Schlossgärten, Deutsches Eck/Blumenhof sowie Festungsplateau Ehrenbreitstein).

    Die Kirche will vor allem einen Raum der Ruhe bieten. "Denn bei der Buga sind die Leute sowieso von so vielen Reizen umgeben, dass sie vielleicht froh sind, sich einfach in einem hellen, fast kahlen Raum ohne Konsumzwang ausruhen zu können", sagt Sven Dreiser. Die Festungskirche ist deshalb derzeit - wie im Übrigen halb Koblenz - eine Baustelle. Ehrenamtliche Helfer werden während der Buga da sein, falls die Besucher Infos brauchen oder ein paar Worte wechseln wollen. Die Rekrutierung der Freiwilligen läuft gerade an.

    In den Buga-Monaten von 15. April bis 16. Oktober 2011 wird es in der kleinen Kirche Mittags- und Abendgebete für die Besucher geben, außerdem an allen 32 Buga-Sonn- und Feiertagen auch Gottesdienste. Und die beiden Buga-Koordinatoren vom Bistum Trier beziehungsweise der Evangelischen Kirche im Rheinland denken derzeit mit vielen Kooperationspartnern über weitere Angebote nach: Vom 20-minütigen meditativen Spaziergang über die Zusammenarbeit mit Friedhofsgärtnern beim Thema würdevolle Bestattung bis hin zu großen Singaktionen mit kirchlichen Chören auf der Hauptbühne ist alles möglich.

    Sehr froh sind die beiden Planer auch, dass sie mit der Kastorkirche, die zwar unmittelbar in einem Buga-Gelände liegt, aber nicht selbst Buga-Gelände ist, einen weiteren "Spielort" haben. "Denn da muss man keinen Eintritt zahlen." In dieser Kirche unmittelbar hinter dem Deutschen Eck können sich also Besucher und Koblenzer beispielsweise bei Lesungen oder Mittagsmusiken treffen. Und das ist ja eins der Hauptziele der Initiatoren: Begegnung ermöglichen. Mit den Menschen - und mit Gott.

    Doris Schneider

    Rheinland-Pfalz
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