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    Bistum: Frühe Hinweise auf Missbrauch in Knabenkonvikt

    Erste Hinweise auf sexuellen Missbrauch in einem früheren katholischen Jungen-Internat im hessischen Bensheim gab es bereits in den 70er und 80er Jahren – Konsequenzen wurden aber nicht gezogen. Es sei ein Brief an den damaligen Mainzer Bischof, Kardinal Hermann Volk, vom Februar 1981 aufgetaucht, in dem ein Schüler sexuellen Missbrauch durch den Internats-Leiter schildert, teilte das Bistum Mainz am Dienstag mit.

    Mainz – Erste Hinweise auf sexuellen Missbrauch in einem früheren katholischen Jungen-Internat im hessischen Bensheim gab es bereits in den 70er und 80er Jahren – Konsequenzen wurden aber nicht gezogen. Es sei ein Brief an den damaligen Mainzer Bischof, Kardinal Hermann Volk, vom Februar 1981 aufgetaucht, in dem ein Schüler sexuellen Missbrauch durch den Internats-Leiter schildert, teilte das Bistum Mainz am Dienstag mit. Zu einem daraufhin dem Schüler angebotenen Gespräch sei es nicht gekommen. Auch gebe es Hinweise auf Briefe an das Bistum aus den 70er Jahren, in denen Eltern von sexuellem Missbrauch in dem Konvikt berichtet hätten.

    Der damalige Leiter des Internats – ein Sozialarbeiter – soll in den 70er Jahren Schüler sexuell missbraucht und misshandelt haben. Gegen einen Priester, der an der Einrichtung tätig war, besteht der Verdacht der Misshandlung. Beide sollen Schüler aus nichtigen Anlässen massiv geprügelt haben. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft Darmstadt. "Möglicherweise sind die Vorwürfe aber verjährt", sagte ein Sprecher.

    Das Konvikt war ein Internat für Schüler, die ein Gymnasium in Bensheim besuchten. 1981 wurde es laut Bistum aus wirtschaftlichen und pädagogischen Gründen geschlossen. Der Sozialarbeiter war den Angaben zufolge 1974 – ein Jahr nach seiner Einstellung in Bensheim – wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in Bayern zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden Entlassen wurde er daraufhin aber nicht. Das Bistum entschuldigte sich kürzlich für die damalige Entscheidung. Der Leiter schied schließlich 1979 aus dem Dienst des Bistums aus.

    Zu den am Dienstag bekanntgewordenen Jahrzehnte zurückliegenden Hinweisen auf Vergehen gegen Schüler des Knabenkonvikts sagte ein Bistums-Sprecher: "Das Bistum ist erschüttert und entschuldigt sich bei den Betroffenen." Der Brief an den damaligen Mainzer Bischof von 1981 war im Zuge der Recherchen in einem unbeschrifteten Aktenordner entdeckt worden. Über das weitere Geschehen – nach dem nicht zustande gekommenen Gespräch mit dem Schüler – existiert nach Bistumsangaben kein Schriftverkehr.

    Das Bistum rief erneut Betroffene auf, sich zu melden (Tel.: 06102/599 86 56). Auf diesem Weg erhofft es sich auch weitere Informationen über die Elternbriefe aus den 70er Jahren. Bisher gebe es nur Hinweise auf solche Schriftstücke, die Briefe selbst lägen dem Bistum nicht vor. Das Bistum Mainz erstreckt sich mit zwei Dritteln seines Gebiets auf Hessen.

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