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    Mainz/Wiesbaden

    Bis Jahresende: „Stützenwald“ soll Schiersteiner Brücke LKW-tauglich machen

    Bis Ende 2015 soll ein "Stützenwald" unter der Schiersteiner Brücke wachsen. Dann könnten hier endlich wieder Lastwagen über den Rhein fahren. Zur Kasse gebeten wird der Bund. 80 neue Hilfsstützen sollen bis Ende 2015 wieder eine freie Fahrt für Lastwagen auf der maroden Schiersteiner Brücke ermöglichen.

    Schiersteiner Brücke
    Schiersteiner Brücke
    Foto: dpa

    Von Jens Albes und Jonas-Erik Schmidt (dpa)

    Diese provisorische Lösung mit zusätzlichen Kosten von ein bis zwei Millionen Euro sei nur für etwa ein halbes Jahr gedacht, teilte der Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz, Bernd Hölzgen, am Montag in Mainz mit. Denn Mitte 2016 solle die erste von zwei neuen parallelen Schiersteiner Rheinbrücken zwischen Mainz und Wiesbaden freigegeben werden. Die alte Autobahnbrücke war nach einem Absacken um 30 Zentimeter zunächst zwei Monate gesperrt. Seit dem 12. April dürfen sie nach einer Notreparatur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen wieder nutzen.

    Langsam fahren

    Die neuen Stahlstützen werden laut Hölzgen bei laufendem Verkehr an der reparierten Stelle auf Mainzer Seite im Abstand von vier Metern gesetzt. Über diesem "Stützenwald" sei ein künftiges Tempolimit von 60 oder 40 Kilometern pro Stunde vorgesehen.

    Diese Zwischenlösung nur für etwa ein halbes Jahr lohnt sich laut dem LBM-Chef, weil die wirtschaftlichen Einbußen für Firmen mit Lkw-Transporten höher seien. Mit Blick auf die Kosten ergänzte er: "Das zahlt der Bund." Die Autobahnbrücke ist ein Bundesprojekt.

    Die Industrie- und Handelskammern (IHK) Wiesbaden und für Rheinhessen begrüßten die neue "vorläufige Planungssicherheit". Derzeit entstünden den Unternehmen wegen der Sperrung der Schiersteiner Brücke für Lkw tägliche Mehrkosten von insgesamt rund 100.000 Euro.

    Hoher Aufwand, um Schwerlaster fern zu halten

    Laut dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) fahren hier inzwischen wieder 80 bis 85 Prozent der früheren Brückennutzer über den Rhein. Das in seiner Kombination mit Ampeln, Schranken und Waagen bundesweit einmalige Sperrsystem gegen schwere Lastwagen stoppt nach Hölzgens Worten täglich etwa 30 Fahrzeuge. Die rund um die Uhr präsente Polizei leitet sie von der Brücke.

    Derweil kritisierten Grüne und SPD in Rheinland-Pfalz den Bundesrechnungshof. Ein vorläufiger Bericht der Behörde beanstandet das Vorgehen des Landes beim Ausbau der A 643, zu der auch die Schiersteiner Brücke gehört. Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler warf dem Bundesrechnungshof vor, "mangelnde Kenntnis gern mal durch Lautstärke" zu übertönen.

    Köbler: Stellte sich der Bundesrechnungshof dumm?

    Das gelte etwa für die Kritik, eine Machbarkeitsstudie für vier Spuren plus Standstreifen sei nicht zu Ende geführt worden. Zu dieser Zeit habe der Bund schließlich angewiesen, diese Variante zu verwerfen. "Dann stellt man sich die Frage: Wollte man es nicht wissen, hat man es nicht gewusst oder schreibt man es mit Absicht da rein, weil man damit politisch etwas haben will?", sagte Köbler. Auch SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer äußerte sich kritisch.

    Wer hat etwas zu verbergen?

    Die oppositionelle CDU will bei der Sondersitzung des Innenausschusses an diesem Dienstag (28.4.) im Mainzer Landtag Innenminister Lewentz (SPD) kritische Fragen zu dem Thema stellen. CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner sagte: "Wer so harsche Kritik übt an einem Bundesrechnungshof und solche scharfen Worte findet, der scheint selbst etwas zu verbergen zu haben und selbst auch widerlegt worden zu sein."

    Innenausschuss tagt zum Thema

    Der Innenausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags beschäftigt sich in einer Sondersitzung mit der maroden Schiersteiner Rheinbrücke. Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) stellt sich am  Dienstag (10.00 Uhr) in Mainz den kritischen Fragen der CDU-Opposition. Diese wirft der Landesregierung Verzögerungen beim Neubau der vielbefahrenen Autobahnbrücke zwischen Mainz und Wiesbaden vor - was Rot-Grün zurückweist. Die alte Schiersteiner Brücke war nach ihrem Absacken am 10. Februar auf Mainzer Seite bis zum 12. April komplett gesperrt worden. Die Verantwortlichen gehen von einem Bauunfall aus.

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