40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Bilanz in Limburg: Bischofssitz ist 3,9 Millionen weniger wert
  • Aus unserem Archiv
    Limburg

    Bilanz in Limburg: Bischofssitz ist 3,9 Millionen weniger wert

    Der Bau des umstrittenen Bischofssitzes von Limburg war nicht nur luxuriös, dabei wurden auch 3,9 Millionen Euro zu viel bezahlt. Die Summe hat der Bischöfliche Stuhl etwa wegen nachträglicher Umbauten abschreiben müssen, so das Bistum.

    Das insgesamt 31,3 Millionen Euro teure Bauprojekt belastet demnach die Bilanz des Bischöflichen Stuhls deutlich: Der Haushalt für 2013 weise ein Defizit von 1,4 Millionen Euro aus, auch der nächste liege im Minus. Wegen des Finanzskandals um die Residenz und Kritik an seinem Führungsstil hatte Franz-Peter Tebartz-van Elst im März 2014 sein Amt als Bischof von Limburg verloren.

    Bei den Arbeiten war vielfach umgeplant worden und bereits abgeschlossene Arbeiten waren zum Teil wieder rückgängig gemacht und neu erledigt worden. So war bereits früh bekannt geworden, dass der der Umbau der Kapelle für einen Adventskranz rund 100.000 Euro gekostet habe. Der zunächst frei stehende geschmiedete Kranz sollte nach Wunsch des Bischofs hängen - auch wenn dafür das fertige Dach für einen Seilzug aufgerissen werden musste. In der Summe wurden für nichtrealisierte Planentwürfe wurden 950.000 Euro verbrannt, 780.000 Euro für Um-, Rück- und Wiederaufbauten in der Bauzeit. Mit den 2,2 Millionen Euro für überhöhte Nebenkosten summiert sich das zu 3,9 Millionen Euro Schaden. 

    Der Gesamtschaden werde am Ende aber mehr betragen, erläuterte der Finanzdezernent des Bistums, Gordon Sobbeck. Denn bei der Bestimmung müsse auch berücksichtigt werden: „Waren die Ausgaben bei dieser Baumaßnahme adäquat, sinnvoll, nötig oder vielleicht an der einen und anderen Stelle überdimensioniert?“ Die Kosten für Kunst und sonstige Ausstattungen beziffert das Bistum alleine auf 1,7 Millionen Euro.

    Das Bistum Limburg will nun Ansprüche geltend machen: „Soweit durch ungerechtfertigte Abrechnungen von Planungsbeteiligten zu hohe Zahlungen geleistet wurden, werden diese zurückgefordert“, erklärte Sobbeck. Offen ist zudem, ob der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine materielle Wiedergutmachung leisten muss. Dazu liefen Gespräche mit dem Vatikan.

    Unter Tebartz-van Elst war es zu der Kostenexplosion an der neuen Residenz gekommen. Wegen des Finanzskandals und der Kritik an seinem Führungsstil verlor der Kirchenmann im März 2014 sein Amt als Limburger Bischof. Ein Strafverfahren gegen den Bischof gab es nicht: Entstandener Schaden sei eine innerkirchliche Angelegenheit - und das ist kein Fall für die Justiz, so die Staatsanwaltschaft. 

    Trotz des Defizits geht Finanzexperte Sobbeck davon aus, dass ein künftiger Bischof davon nicht in seiner Amtsausübung beeinträchtigt wird. Er verwies auf die Bilanzsumme, die zuletzt 92,5 Millionen Euro betrug. Allerdings: „Die Baumaßnahme belastet den Bischöflichen Stuhl und insbesondere den Haushalt ab dem Jahr 2015 enorm.“ Er kündigte umfangreiche Umstrukturierungen an.

    Das Bistum hatte bereits im vergangenen Juli als Reaktion auf den Skandal sein Vermögen offengelegt, auch vorläufige Zahlen zum Bischöflichen Stuhl. Dieser ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit eigenem Vermögen, das verschiedenen Belangen und Aufgaben der Limburger Bischöfe dient. Die Einrichtung trug auch fast die gesamten Kosten des neuen Amtssitzes, der Rest kam vom Bistum.  Im Zuge seiner Transparenzoffensive hat das Bistum auch ein Video erstellt, das den Bischofssitz vorstellt. In der Folge gab es auch Kritik, dass Kritik dabei ausgesoart bleibt:

    Im Netz hatte das Projekt für viel Hohn und Spott gesorgt:

    Muss Tebartz-van Elst keine Wiedergutmachung leisten?"Irdische Dinge": Ausstellung zum Thema «Kirche und Geld» im Bistum LimburgKopie von Limburg: Bistum erlaubt Einblicke in BischofsreichLimburg: Bistum erlaubt Einblicke in BischofsreichKrisenbewältigung: Bistum Limburg will weitere Schritte gehenweitere Links
    Rheinland-Pfalz
    Meistgelesene Artikel
    epaper-startseite
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Montag

    10°C - 14°C
    Dienstag

    13°C - 16°C
    Mittwoch

    12°C - 20°C
    Donnerstag

    12°C - 19°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!