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    Rheinland-Pfalz

    Bahnlärm: Bald Tempo 70 am Mittelrhein?

    Hoffnung für die lärmgeplagten Anwohner am Mittelrhein: Offenbar stehen die Chancen gut, dass die Güterzüge künftig langsamer und damit auch leiser durch die Landschaft des Weltkulturerbes rollen. Die Deutsche Bahn (DB) arbeitet mit den betroffenen Ministerien an einem "ganzheitlichen Konzept", wie DB-Vorstandsvorsitzender Rüdiger Grube nach dem Mainzer Bahngipfel erklärte. Ein entsprechendes Paket, das mehrere Projekte aufweist, soll "zeitnah", also in diesem Jahr, präsentiert werden.

    Bahnchef Grube in der Mainzer Staatskanzlei.
    Bahnchef Grube in der Mainzer Staatskanzlei.
    Foto: dpa

    Nach Informationen unserer Zeitung wird darin ziemlich sicher ein Tempolimit für Güterzüge enthalten sein. Letzte Verhandlungen hierzu laufen noch.

    Bislang donnern die Güterzüge auch nachts mit 100 Kilometern pro Stunde am Mittelrhein entlang. Bis zu 550 Züge rattern täglich über die Schienenpassage. Viele Anwohner und auch Gäste des Weltkulturerbes finden den Lärm unerträglich. Die Folge: Touristen bleiben weg, Anwohner werden krank, Grundstückspreise fallen, Häuser erhalten Risse. Innen- und Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) hatte daher bereits vor Monaten "Tempo 70, mindestens nachts" gefordert. Offenbar bewegt sich jetzt endlich etwas.

    Bahnchef Grube hat sich selbst ein Bild vor Ort gemacht und die Bahnstrecken am Mittelrhein mehrfach besucht - tags sowie nachts und vor allem inkognito. Das hat ihm deutlich gemacht, wie dringend eine Lösung gefunden werden muss. Die Deutsche Bahn will den Bahnlärm bis 2020 im Vergleich zum Jahr 2000 halbieren. Dazu werden Strecken mit Schienenstegdämpfern ausgestattet und Schallschutzwände errichtet. Hauptsächlich wird aber auf die Einführung der Flüsterbremse gesetzt. Mit dem Projekt "leiser Rhein" fördert die Bundesregierung mit 7,5 Millionen Euro die Umrüstung von 1250 Güterwagen aus dem Bestand der DB Schenker Rail.

    Lewentz, der mit Grube und Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) an dem Bahngipfel teilnahm, geht vieles zu langsam. Denn 12,5 Millionen des 20-Millionen-Euro-Programms wurden bislang überhaupt nicht erst abgerufen. Das heißt: Eigentlich könnten viel mehr Waggons umgerüstet werden. Nach Ansicht des Innenministeriums lohnen sich leise Züge für die Transportunternehmen immer noch zu wenig. Ein (geplanter) Bonus von 0,28 Cent pro Achskilometer scheint unzureichend. Lewentz: "Wir müssen attraktivere Anreize schaffen."

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

     

     

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