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    Bad Neuenahr-Ahrweiler demonstriert gegen Neonazis

    Bad Neuenahr-Ahrweiler - Mehr als 1000 Menschen haben am Samstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler friedlich gegen Neonazis, Fremdenhass und Rassismus demonstriert. Zu einer Kundgebung für „Freiheit und Toleranz“ der Stadt waren rund 800 Bürger auf den Platz hinter dem Rathaus gekommen. Parallel dazu zog ein Demonstrationszug antifaschistischer Gruppen mit rund 300 Teilnehmern, so die Polizei, durch die Stadt unter dem Motto „Keine Stadt, keine Straße, kein Haus für Nazis“.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler - Mehr als 1000 Menschen haben am Samstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler friedlich  gegen Neonazis, Fremdenhass und Rassismus demonstriert. Zu einer Kundgebung für „Freiheit und Toleranz“ der Stadt  waren rund 800 Bürger gekommen. Parallel dazu zog ein Demonstrationszug antifaschistischer Gruppen mit rund 300 Teilnehmern, so die Polizei, durch die Stadt unter dem Motto „Keine Stadt, keine Straße, kein Haus für Nazis“.  

    Eine Demonstration rechtsextremer Gruppen für ein "freies nationales Jugendzentrum" war abgesagt worden, nachdem unter anderem der Anmelder bei der Razzia in der Zentrale des rechtsradikalen „Aktionsbüros Mittelrhein“, dem sogenannten „braunen Haus“, durch Polizei und Verfassungsschutz Anfang März verhaftet wurde.

    Auch nachdem die Behörden die Strukturen zumindest vorerst zerschlagen haben, hielt die Stadt an dem Plan für die Kundgebung fest. Von 500 Teilnehmern war der  Stadtrat als Veranstalter ausgegangen, doch zeitweise waren es mehr als 800 Bürger – nicht nur aus der Kreisstadt - , die sich auf den auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus vor der Bühne drängten zur Kundgebung „Wir für Toleranz und Freiheit“ gekommen: Viele mit weißen Friedenstauben-Buttons ausgestattet, etliche mit weißen Ballons. Darunter auch die stellvertretende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Eveline Lemke, die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, Landtagsabgeordnete, Verwaltungschefs und Kommunalpolitiker aus dem Kreis.

    „Bad Neuenahr ist unsere Stadt“, so Stadtbürgermeister Guido Orthen zum Auftakt der rund zweieinhalbstündigen Kundgebung. Der drohende Aufmarsch der Neonazis sei es schließlich gewesen, der zu dieser Kundgebung geführt habe: „Sie wohnen nicht nur unter uns, sie verbreiten nicht nur dumpfe Parolen. Missbrauchen nicht nur unsere Traditionsfeste. Sie wollen sich unserer Straßen, ja unserer gesamten Stadt und ihrer Menschen bemächtigen. Jetzt ist Schluss“ Stopp! Bis hierher und nicht weiter“, so der kämpferische Orthen.

    Der Bürgermeister machte deutlich, wofür Bad Neuenahr-Ahrweiler steht: „Wir wollen mit allen friedlich in unserer Stadt zusammenleben, auch wenn sie anders glauben, anders aussehen, anders leben als man selbst es für sich gut und richtig empfindet.“ Toleranz habe dort ihre Grenze, wo sie für Intoleranz und Unfreiheit missbraucht werde. Zum Schluss richtete er sich an die Neonazis direkt, denen er zuruft: „Wir überlassen euch nicht unsere Schulen für eure dumpfen Parolen, ohne dass wir und unsere Jugend selbst diesen Parolen Paroli bieten. Wir überlassen euch nicht unsere Persönlichkeit, nicht unsere Herzen und Seelen. Wir sind zum Widerstand gegen alles Unmenschliche bereit.“

    Unter den Besuchern der Veranstaltung war auch die Familie begrüßt worden, der das „braune Haus“ in der Weinbergstraße gehört: Sie seien Opfer und nicht Täter, betonte Stadtrat Rainer Jakobs.   

    Landrat Jürgen Pföhler sprach von der „Negativpresse, die unserem Ansehen und guten Ruf schadet“, und stellte klar: „Wir wollen kein ,braunes Haus', bei uns ist kein Platz für braune Gesinnung.“

    Eveline Lemke, die stellvertretende Ministerpräsidentin  warb dafür, die jungen Leute auf der Antifa-Seite nicht auszugrenzen. Sie demonstrierten nicht nur, weil sie Krawall machen wollten: „Sie vielmehr mitzunehmen wäre klug“, sagt die Wirtschaftsministerin. Ein Punkt, auf den auch Agnes Menacher vom Remagener Bündnis für Frieden und Demokratie zu sprechen kam. Bei aller berechtigten Kritik hätte die Antifa Mut bewiesen. Just zu diesem Moment zog die Antifa-Demo lautstark auf der Rathausstraße an der versammelten Menge vorbei.

    Polizei-Einsatzleiter Gerd Bertram zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf. „Beide Versammlungen verliefen ohne nennenswerte Zwischenfälle.“ Von Seiten der Antifa-Teilnehmer gab es Unmut, bei der friedlichen Kundgebung von der Polizei gefilmt zu werden. Der Demonstrationszug passierte die Weinbergstraße, in der das "braune Haus" ist, hatte aber nicht am Haus selbst vorbeiziehen dürfen.

     

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