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Gensingen

Aus Hass auf Eltern Feuer gelegt?

Sieben Brände soll ein mutmaßlicher Feuerteufel auf einem Reiterhof in Gensingen gelegt haben. Vor Gericht erzählt er verworrene Geschichten.

Gensingen – Der Angeklagte im Mainzer Prozess um die Brandserie auf dem Gensinger Reiterhof Satori hatte eine „Einlassung zur Sache" angekündigt. Doch was der 33-Jährige von sich gab, war nicht erhellend.

Je mehr die Richter der 1. Strafkammer nachfragten, desto verworrener wurde alles. Soviel wurde klar: Hatte der Sohn der Hofbesitzer anfangs seinen Vater und dessen Umfeld beschuldigt, lenkte er jetzt den Verdacht auf die Mutter. „Ich bin mir momentan selbst der Nächste. Es geht um meine Zukunft", so der Landwirt.

Wie berichtet wirft die Anklage ihm vor, zwischen 2005 und 2009 sieben Brände auf dem 9,2 Hektar großen Anwesen gelegt und zwei Sachbeschädigungen begangen zu haben. Unter anderem gingen Traktoren, Maschinen, eine Reithalle und ein Heulager in Flammen auf, der Sachschaden wurde mit mehr als 700 000 Euro beziffert. Angeblich habe der 33-Jährige die Feuer gelegt, um mit den Versicherungssummen seinen aufwendigen Lebensstil im Rotlichtmilieu zu finanzieren.

1000 bis 1500 Euro soll er nach Zeugenaussagen am Abend in Etablissements in Frankfurt, Stuttgart, Kaiserslautern und Worms ausgegeben haben. Außerdem wählte er ununterbrochen Sexhotlines an. Aber nicht, weil er nach sexueller Befriedigung gesucht habe. „Nein, ich brauchte einfach jemanden zum Reden", sagte der Angeklagte und war den Tränen nahe. „Bei uns konnte man nie reden, es gab immer nur Streit."

Sein Vater sei ein Despot, „ein Erpresser nach dem ,wenn – dann'- Prinzip". Seine Beziehung zur Mutter nannte der Landwirt ein „Domina-Sklaven-Verhältnis". Sie habe streng über ihn gewacht, keine Freundinnen akzeptiert und ihn nach ihrer Scheidung und dem Tod der Tochter ganz für sich haben wollen. „Immer wieder gab es Streit." Sie habe über das viele eingelagerte Heu geflucht, dann habe dieses gebrannt. Sie habe sein Faible für die PS-starken Traktoren missbilligt, und mehrmals brannten genau diese. „Ich habe die Brände nicht gelegt."

Das Gericht zeigte sich skeptisch, zu viele Widersprüche gab es in den Erzählungen des Angeklagten. Der Vorsitzende: „Wir lassen uns nicht immer einen Bären aufbinden. Ob das, was sie sagen, überzeugt, wird sich zeigen." Der Prozess wird fortgesetzt.

Andrea Krenz

Rheinland-Pfalz
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