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    Aufregung um den Doppelknall hält an

    Rheinland-Pfalz/Berlin - Der gewaltige Überschallknall, mit dem belgische F-16-Jets den Rhein-Main- wie Mittelrhein-Raum erschreckten, soll nun die Bundesregierung sowie den Verteidigungsausschuss am Dienstag beschäftigen.

    Hinter dem Knall steckte die Terrorabwehr
    Wie Eurofighter (unten) ein ziviles Flugzeug (Learjet, oben) abdrängen können, wurde Bundesverteidigungsminister de Maizière (CDU) im Mai bei seinem Antrittsbesuch bei der Luftwaffe im Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage bei Rostock demonstriert.
    Foto: dpa

    Rheinland-Pfalz/Berlin - Der gewaltige Überschallknall, mit dem belgische F-16-Jets den Rhein-Main- wie Mittelrhein-Raum erschreckten, soll nun die Bundesregierung sowie den Verteidigungsausschuss am Dienstag beschäftigen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz Rudolf Köper will wissen, welche Lage genau den Nato-Einsatz ausgelöst hat. Er fühlt sich von widersprüchlichen Versionen irritiert. "Ich will nichts skandalisieren, aber Klarheit zur Sicherheitslage", sagt Körper.

    Der Abgeordnete will wissen, ob auch deutsche Abfangjäger am Mittwoch gestartet sind, um einen Jumbo zu verfolgen, der zur Flotte des Sultans von Oman gehört. Diese Version der belgischen Luftwaffe wird aber weiterhin von der deutschen Luftwaffe dementiert. In der Pressestelle verstehen die Offiziere auf Nachfragen auch die Aufregung um den Vorgang nicht, der für sie zur nahezu wöchentlichen, aber meist unhörbaren Routine gehört: Nato-Abfangjäger steigen auf, wenn ein Flugzeug von der Route abkommt oder - wie am Mittwoch geschehen - beim Flug von London nach Muscat über Belgien gegen 11.15 Uhr der Funk abbricht. Meist hat der Pilot dann nur die falsche Frequenz gewählt. Aber die Regeln der Terrorabwehr gelten bei kleinen Pipers wie bei großen Maschinen. Nach Darstellung der Luftwaffe starteten die belgischen Maschinen, um die Boeing 747 zu identifizieren. Da der Funkkontakt schnell wieder funktionierte, drehten sie über der Eifel wieder ab. Zur Sicherheit war die deutsche Alarmrotte in Neuburg/Donau bereits verständigt worden, um im Notfall die Verfolgung der stummen Maschine fortzusetzen. "Aber dies war nicht mehr notwendig", so die Luftwaffe. Die deutschen Militärjets blieben danach am Boden, weil mit Sultans Jumbo wieder Kontakt bestand. Für den Überschallflug waren die belgischen Flieger "auch autorisiert". Der Presseoffizier erklärt dies so: "Das ist so, wenn die Feuerwehr mit Blaulicht fährt."

    Von "gängiger Praxis" spricht auch der Chef des Verbands der Besatzungen strahlgetriebener Kampfflugzeuge in der Bundeswehr, Thomas Wassmann. Seit den El-Kaida-Anschlägen von 2001 löst eine stumme Maschine "schneller als früher" sofort Alarm aus. Dann laufe die Kette "nach einer genauen Checkliste an". Dabei ist es in der Nato auch üblich, dass Militärjets Grenzen überfliegen. "Auch wir sind schon schon über Dänemark oder Holland geflogen."

    Von unserer Redakteurin Ursula Samary

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