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Andernach

Andernach: Pflegerin hintergeht Patienten – Haft

Wegen Betrugs in mehreren Fällen erhielt eine 48-jährige Pellenzerin eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten und zwei Wochen ohne Bewährung.

Andernach – Wegen Betrugs in mehreren Fällen erhielt eine 48-jährige Pellenzerin eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten und zwei Wochen ohne Bewährung.

Im September des Jahres 2009 sorgte die ehemalige Mitarbeiter einer Andernacher Pflegeeinrichtung zwei Tage für einen älteren unter Demenz leidenden Mann. Während die Frau des Mannes kurz abwesend war, durchsuchte die 48-Jährige die Wohnung des Ehepaares. Wie der Staatsanwalt weiter schilderte, fand die Pellenzerin die Kreditkarte des kranken Mannes und notierte sich dessen Daten.

In den folgenden Tagen bestellte sie über das Internet bei zwei Versandhäusern Waren im Wert von rund 2500 Euro, darunter ein Plasmafernseher sowie eine Digitalkamera, einen fünftürigen Kleiderschrank, ein Kofferset und Parfum. Sie setzte die Kartendaten des Mannes ein und nannte für die Lieferung ihre eigene Adresse. Die Versandhäuser bemerkten jedoch den Schwindel und lieferten nicht.

Die 48-Jährige gab die Vorwürfe zu. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich kein Geld“, entschuldigte sie den versuchten Betrug. Dies verärgerte Richter Oliver Lindner. Ein Plasmafernseher und eine Digitalkamera gehörten nicht zu den Dingen des täglichen Bedarfs, sondern seien reine Luxusgüter. Er fragte die Frau, ob sie öfter Pflegebedürftige hintergangen habe, da auch weitere Anklagen aus anderen Orten vorliegen. Dazu schwieg sie. Zudem ist die Frau bereits mehrfach wegen Diebstahls und Betrugs vorbestraft. Auch der Staatsanwalt wertete das Vorleben der Frau negativ. Die Tat sei bereits zwei Monate nach einer vorausgehenden Verurteilung geschehen. Er forderte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten ohne Bewährung: „Ich sehe keinen Grund, dass Sie in Zukunft nicht so weiter machen.“

Obwohl sich die 48-Jährige zuvor nicht bei ihrer Rechtsanwältin gemeldet hatte, setzte sich diese für die Pellenzerin ein und bat um eine Bewährung. Der Richter folgte jedoch dem Antrag des Staatsanwaltes. „Sie werden immer wieder versuchen, sich durch Tricksereien auf Kosten von anderen zu bereichern“, hielt er der Pellenzerin vor. (sil)

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