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    Überlebenshilfe: Wie Kommunen Obdachlose durch den Winter bringen

    Wer kein Dach über dem Kopf hat, für den sind frostige Winternächte eine Herausforderung. Viele Städte in Rheinland-Pfalz stocken deswegen in der kalten Jahreszeit ihre Hilfen für Wohnungslose auf.

    Es wird kalt im Land - für Obdachlose kann das lebensgefährlich werden. Kommunen versuchen zu helfen.  Foto: dpa
    Es wird kalt im Land - für Obdachlose kann das lebensgefährlich werden. Kommunen versuchen zu helfen.
    Foto: dpa

    Dennoch kritisiert der Sozialpädagoge und Mediziner Gerhard Trabert, es fehle ein Konzept zwischen Land und Kommunen. Flüchteten die einen vor Verantwortung, müssten die anderen die Betreuung stemmen. Trabert versorgt mit einem Arztmobil Wohnungslose in Mainz und Bingen. "In der Kälte kann schon ein banaler Infekt gefährlich werden", sagt er.

    Hunde sollen erlaubt werden

    Der Mediziner fordert außerdem mehr Übernachtungsmöglichkeiten, in denen Hunde erlaubt sind. Viele Menschen wollten sich von ihren Begleitern nicht trennen und blieben den Einrichtungen stattdessen lieber fern. Zudem fehlten Unterkünfte für wohnungslose Frauen. Helfen könnten auch Bürger: Wer einen obdachlosen Menschen sieht, soll ihn ansprechen, wünscht sich Trabert. Im Notfall seien dann der Rettungsdienst oder die Polizei zuständig, um zu helfen.

    In Koblenz achten Ordnungsamt und Polizei im Winter besonders auf Wohnungslose und weisen sie gegebenenfalls auf Hilfsangebote hin, teilt Stadtsprecher Thomas Knaak mit. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es etwa beim Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt. Die Beratungsstelle für Menschen ohne Wohnung des Caritasverbandes bietet ein Café, eine Kleiderkammer und Sanitärräume.

    „Die Schachtel“ kümmert sich aktiv

    Der Obdachlosen-Hilfsverein "Die Schachtel" hält Aufenthaltsräume offen und nimmt auf den Straßen gezielt Kontakt zu wohnungslosen Menschen auf. Bei frostigen Temperaturen ist zudem ein Kältebus mit warmen Getränken, Decken und Kleidung unterwegs. Laut dem Obdachlosenverein "Die Schachtel" gibt es in Koblenz 180 Obdachlose. Die Dunkelziffer liegt aber weit darüber.

    Auch in Neuwied sind im Winter mehr Bedürftige auf Hilfe angewiesen. In den vergangenen Jahren sei dabei die Obdachlosenzahl in etwa gleich geblieben, sagt der Stadtsprecher Erhard Jung. Sparzwänge der Kommunen machten sich zwar bemerkbar, es sei aber eine Pflicht, Obdachlose unterzubringen, betont er. Deswegen stellt die stadteigene Siedlungsgesellschaft Wohnraum zur Verfügung.

    Die Stadt Mainz bietet Obdachlosen rund 220 Plätze in drei Häusern an. In den vergangenen Jahren gab es keine Engpässe, sagt Sprecher Markus Biagioni. Dafür sorgen vor allem Caritas und Evangelische Wohnungslosenhilfe mit ihren Einrichtungen.

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