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    Berlin/Rheinland-Pfalz16.700 Plätze fehlen im Land: Wohin mit den Kita-Kindern?

    Seit vier Jahren haben Eltern für ihr Kleinkind einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Allerdings stehen für die Jüngsten noch nicht genug Krippenplätze zur Verfügung – trotz hoher Ausgaben. Warum ist das so? Wie ist die Betreuungssituation in Rheinland-Pfalz? Und was tut die Politik, um die Situation zu verbessern? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

    Kinder müssen leider draußen bleiben – es gibt nicht genügend Krippenplätze für alle. In Deutschland klafft eine Betreuungslücke von 13,3 Prozent. In Rheinland-Pfalz ist die Situation noch dramatischer: Hierzulande finden 16 Prozent der unter Dreijährigen keinen Krippenplatz. 
    Kinder müssen leider draußen bleiben – es gibt nicht genügend Krippenplätze für alle. In Deutschland klafft eine Betreuungslücke von 13,3 Prozent. In Rheinland-Pfalz ist die Situation noch dramatischer: Hierzulande finden 16 Prozent der unter Dreijährigen keinen Krippenplatz. 
    Foto: dpa

    Wie hat sich die frühkindliche Betreuung in Deutschland entwickelt?

    Die Quote bei den Drei- bis Sechsjährigen liefert kaum noch Grund zur Klage. Sie liegt seit Jahren konstant über 93 Prozent. Der Staat hat seine Ausgaben für Kindertagesbetreuung seit 2005 insgesamt mehr als verdoppelt. Probleme haben allerdings noch Eltern von Kindern unter drei Jahren. Das schon für 2013 vereinbarte Ziel der Politik, 750.000 Betreuungsplätze für ganz kleine Kinder zu schaffen, ist noch immer nicht erreicht. Immerhin: Auch für Mütter und Väter von Kindern unter drei Jahren stieg die Zahl der Betreuungsplätze zwischen 2006 und 2016 auf rund 720.000 an, ein Plus von gut 400.000. Aber es sind immer noch zu wenig. Seit August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuung, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist. Nach einer Datensammlung das Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hapert es hier jedoch.

    Wie ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage?

    Trotz des milliardenschweren Kraftakts beim Kitaausbau sehen die IW-Fachleute aufgrund offizieller Daten und eigener Berechnungen eine Betreuungslücke von gut 293.000 Krippenplätzen (13,3 Prozent). Von rund 2,2 Millionen Kindern unter drei Jahren wurde mit Stichtag 31. März 2016 jedes dritte (32,7 Prozent) in einer solchen Einrichtung betreut – der Elternbedarf habe gleichwohl bei 46 Prozent gelegen. In Westdeutschland gab es laut IW für Kleinkinder 262.000 Krippenplätze zu wenig, in Ostdeutschland mehr als 31.000.

    Wie ist die Betreuungssituation in Rheinland-Pfalz?

    Hierzulande finden rund 16.700 Kleinkinder keinen Krippenplatz, obwohl ihre Eltern sie gern betreuen lassen würden. Damit klafft in Rheinland-Pfalz eine Betreuungslücke von 16 Prozent. Die Pressesprecherin des Bildungsministeriums, Dr. Sabine Schmidt, verweist hierbei auf den historisch und kulturell bedingten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland: „In der Studie sieht man, dass alle neuen Bundesländer eine weniger große Betreuungslücke haben als die alten Bundesländer. Das ist sicherlich auch historisch bedingt. Denn in den neuen Bundesländern hat die Kinderbetreuung von unter Dreijährigen eine lange Tradition“, resümiert Schmidt. Sie verweist aber auch darauf, dass Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren enorm in die Kleinkindbetreuung investiert habe: „Im Jahr 2006 lag die Betreuungsquote der unter Dreijährigen in Rheinland-Pfalz noch bei 9,4 Prozent. 2016, zehn Jahre später, haben wir schon 30 Prozent erreicht.“ Die erhöhte Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige führt die Pressesprecherin auch auf den gesellschaftlichen Wandel zurück: „Wir erleben einen gesellschaftlichen Wandel. Viele Mütter wollen heute früher zurück in die Arbeitswelt und benötigen deshalb einen Kitaplatz für ihre Kinder.“ Außerdem seien die Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren gestiegen, weshalb nun mehr Kinder einen Betreuungsplatz benötigen würden. Schmidt betont: „Diesem Wandel begegnen wir in Rheinland-Pfalz, indem wir die Kindertagesbetreuung weiter bedarfsgerecht ausbauen und die Qualität steigern.“

    Ist denn wenigstens die Betreuungsqualität hoch genug?

    „Sowohl bei Quantität als auch bei Qualität gibt es weiterhin einen hohen Ausbaubedarf – trotz der bisher schon enormen Investitionen“, sagt die Expertin für frühkindliche Bildung bei der Bertelsmann-Stiftung, Annette Stein. Laut Bertelsmann-Studie von 2016 ist bundesweit eine Kitafachkraft für durchschnittlich 4,3 ganztags betreute Krippenkinder unter drei Jahren zuständig. Laut Empfehlung der Stiftung sollte sich eine Fachkraft aber um höchstens drei ganz kleine Kinder kümmern.

    Was tut die Politik, um die Situation zu verbessern?

    Einige Bundesländer, wie das rot-rot-grün regierte Berlin machen die Krippen- und Kitabetreuung gebührenfrei, wie es nun auch SPD-Kanzlerkandidat Schulz vorhat. Aber Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) weiß auch, dass in jedem Fall weiterhin viel Geld für mehr Krippenplätze und höhere Kitaqualität notwendig ist: Es gebe trotz beträchtlicher Fortschritte noch Baustellen, etwa um den künftigen Bedarf durch steigende Geburtenraten und zugewanderte Flüchtlingskinder zu decken. Darum soll es ab Morgen bei der Jugend- und Familienministerkonferenz von Bund und Ländern gehen.  nku/dpa

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