Archivierter Artikel vom 24.10.2018, 13:50 Uhr
Asbach

Viele alte Obstsorten gibt es im Asbacher Land

Am Tag der offenen Tür vom Arbeitskreis für Natur und Umweltschutz Asbacher Land (ANUAL) konnte man schon mehr als 30 verschiedene Apfelsorten betrachten, aber es gibt noch einige mehr.

Das Bild zeigt (von links) Heinz Klein, Projektleiter „Obstsorten“, daneben die Pomologen Diplom-Biologin Barbara Bouillon von der Biologischen Station des Rhein-Sieg Kreises und Christoph Vanberg aus Bad Breisig, der Landesvorsitzender vom Pomologen-Verein  Landesgruppe Rheinland, Richard Dahlem aus Trier sowie Manfred Schug vom ANUAL.
Das Bild zeigt (von links) Heinz Klein, Projektleiter „Obstsorten“, daneben die Pomologen Diplom-Biologin Barbara Bouillon von der Biologischen Station des Rhein-Sieg Kreises und Christoph Vanberg aus Bad Breisig, der Landesvorsitzender vom Pomologen-Verein Landesgruppe Rheinland, Richard Dahlem aus Trier sowie Manfred Schug vom ANUAL.
Foto: Arbeitskreis für Natur und Umweltschutz Asbacher Land

Auch in diesem Jahr konnte der ANUAL den besten Pomologen von Rheinland-Pfalz Richard Dahlem aus Trier und Diplom-Biologin Barbara Bouillon von der Biologischen Station des Rhein- Sieg Kreises verpflichten. Selbst Christoph Vanberg aus Bad Breisig, der Landesvorsitzende vom Pomologen-Verein Landesgruppe Rheinland-Pfalz/Saarland/Luxemburg war gekommen.

Mit den Experten fuhren vier Vereinsmitglieder des ANUAL auf Wiesen bei Rahms und Stockhausen. Hier wachsen natürlich auch die häufigsten Arten. Winterrambur, Boskoop, Jakob Lebel, um nur einige zu nennen. Doch auch hier gab es wieder Überraschungen. In Stockhausen wurde Ribston Pepping und Freiherr von Hammerstein zum ersten Mal in der VG Asbach gefunden.

Höhepunkt der Freilanduntersuchungen war sicherlich der Besuch bei Frau Thiel. Ihr Vater hat viele eigene Obstsorten kreiert. Nicht nur Apfelsorten hat er im Laufe seines Lebens gekreuzt, auch Birnen, Walnüsse, Esskastanien und einige Straucharten. Sicherlich weit über die Verbandsgemeinde bekannt ist die Hauszwetsche Klon Etscheid, die am Bodensee und Kaiserstuhl noch häufig vorkommt. In der Literatur oft falsch dargestellt, mittlerweile wieder korrigiert: Mirakosa ist eine gelbe Zwetschenart, die in Prangenberg entstanden ist. Es ist eine Kreuzung zwischen der Mirabelle von Nancy und der Pflaume Königin Viktoria. Leider fehlte der Familie das nötige Geld, um ein Patent darauf anzumelden. Alte Aufzeichnungen werden hier weiterhelfen, um diese Sorten auch für die nächsten Generationen zu erhalten.

Am Tag der offenen Tür hatten viele die Gelegenheit genutzt, ihre Äpfel und Birnen mitzubringen, die den Pomologen zum Bestimmen vorgelegt wurden. Ein Dank geht an alle Besucher, die fleißig Früchte gesammelt und mitgebracht haben.

Für die Auswertung der mitgebrachten Äpfel und Birnen fuhr man zur Gärtnerei und Baumschule Zimmermann nach Niederetscheid. Die mehrstündige Bestimmung der mitgebrachten Früchte brachte auch hier wieder einige Überraschungen und Erkenntnisse. Die Früchte von verschiedenen Bäumen, die nicht bestimmt werden konnten, wurden eingetütet und werden auf der Bundestagung der Pomologen in Augenschein genommen. Die abschließenden Ergebnisse werden Ende November erwartet. Viele Sorten bestechen durch ihren tollen Geschmack und sind kulinarisch ein Hochgenuss. Es wäre schade, wenn man sie für die nächsten Generationen nicht erhalten würde.

Bis jetzt wurden mehr als 100 verschiedene Apfel- und mehr als 30 Birnensorten in unserer Region gefunden und bestimmt. Weitere Sorten werden sicher noch bekannt, da die Untersuchungen in den nächsten Jahren fortgeführt werden.

Über Reiser sollen viele Sorten durch Vereinsmitglieder wieder auf Hochstamm vermehrt werden. Wer Lust hat, hier mitzuhelfen oder alte Obstsorten bei sich pflanzen kann, möge sich bei Robert Klein, Telefon 02683/4161, oder Heinz Klein, Telefon 02683/437 08, melden. Weitere Infos gibt es unter www.anual-ev.de