Archivierter Artikel vom 23.07.2019, 13:35 Uhr
Linz

Schüleraustausch der Robert-Koch-Schule mit der Changqing Nr. 1 High School Wuhan, China

Alles begann in Remagen an der Realschule plus 2016, mehr als Tausende von Kilometern, mit der Unterzeichnung eines Memorandums und wurde 2017 und 2018 durch einen deutsch-chinesischen Schüleraustausch in die Tat umgesetzt.

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Dies setzte sich nach der Auflösung der Realschule plus Remagen Anfang April mit einem ersten offiziellen Schüleraustausch der Robert-Koch-Schule in Linz/Rhein fort. Zehn Schüler und drei Lehrerinnen der Robert-Koch-Schule flogen kürzlich nach Peking. Dort besichtigten sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie den Platz des Himmlischen Friedens, die Verbotene Stadt, wanderten durch das Olympiazentrum und fuhren mit einer Seilbahn auf die Große Mauer.

Zwei Stunden dauerte der nächste Flug. Das Ziel: Wuhan im Südosten Chinas, eine sogenannte Mega City mit offiziell zehn Millionen Einwohnern. Hier wohnten die Schüler die nächsten neun Tage in chinesischen Gastfamilien. Sie lernten die große Gastfreundschaft der Chinesen kennen, gingen jeden Tag mit ihrem chinesischen Austauschschüler in die Schule und nahmen am dortigen Unterricht teil. Eine große Umstellung für die Schüler, denn der Schulalltag dauert von 8 bis 17 Uhr, einmal in der Woche sogar bis 20 Uhr. Hausaufgaben nach dem Unterricht anzufertigen, werden dort genauso gefordert wie bei uns. In die Klassen zehn bis zwölf der Eliteschule Changqing Nr. 1 High School gehen etwa 1000 Schüler. Das Schulleben unterscheidet sich auch in weiteren Aspekten deutlich von unserem. Es sind viel mehr Schüler in den Klassen. Die Mittagspause dauert zwei Stunden. Alle Schüler, Lehrer und das technische Personal nehmen am Essen in der Schulmensa teil.

Neben dem Kennenlernen der völlig anderen Kultur, wie zum Beispiel Essgewohnheiten, Schrift, Wohnsituation (in einem Wohnblock leben bis zu 20 000 Menschen) und anderem, hatten die Schüler die Möglichkeit, ihre Englischkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen, vor allem im Bereich der Konversation. Sie konnten frei von Angst Englisch sprechen, immer mit dem Hintergedanken: Der andere ist auch noch nicht so perfekt in der Sprache.

Das Wiedersehen mit dem Austauschpartner dauerte nicht lange, denn bereits kurze Zeit später fand der Gegenaustausch statt. Die Schüler ließen es sich nicht nehmen, ihren Austauschpartner selbst am Frankfurter Flughafen abzuholen.

Als erstes stand am nächsten Tag der Empfang beim Bürgermeister Dr. Faust im Linzer Rathaus auf dem Plan, bei dem auch der Verbandsbürgermeister Herr Fischer anwesend war. Zwei musikalische Beiträge der Schulband der Robert-Koch-Schule rahmten diese Feierlichkeiten ein. Die Stadt Linz und die Verbandsgemeine Linz unterstützte diesen Austausch finanziell.

Nachdem Rathaus, Linz, Glasbläserei und Folterkeller besichtigt waren, ging es in die Schulstraße, um Vorbereitungen zu treffen für die traditionelle Abschlussparty der siebten Klassen am Abend, da diese im nächsten Schuljahr ins Gebäude im Rosengarten wechseln werden.

Die Besichtigung des Werkes Freudenberg in Remagen, mit Zweigniederlassung in China, das sich mit einer großzügigen Spende an unserem Austausch beteiligte, sowie die Besichtigung des Werkes Coppeneur in Windhagen, wo die Schüler die Möglichkeit bekamen, ihre Schokolade selbst zu kreieren, standen als wichtige Programmpunkte auf dem Plan. Als weiterer Sponsor unseres Austausches sei hier die Firma POS und die Pauli Stiftung genannt. „Über zusätzliche finanzielle Unterstützung dieses Austausches im nächsten Jahr würden wir uns sehr freuen.“

Die meisten Aktionen, die die Schüler mit ihren Austauschpartnern unternahmen, fanden gemeinsam in der Großgruppe statt. Sie verstanden sich untereinander sehr gut, es kam zu keinerlei Beschwerden, es war eine insgesamt äußerst harmonische Gruppe, wobei gegenseitige fremdartige Verhaltensweisen zwar belächelt und doch toleriert wurden. Das ist nicht durchaus selbstverständlich.

Diesem Austausch lag ein gemeinsames Projekt zugrunde: „Sinn und Nutzen von Handys“. Die chinesischen Schüler hatten in ihren Vorträgen in Wuhan über die „Entwicklung des Smartphones, Sinn und Nutzen“ referiert. Die deutschen Schüler befassten sich in einer Fragebogenaktion in Deutschland und China mit der Nutzung des Smartphones in China und Deutschland und präsentierten die Auswertung den chinesischen Schülern. Frau Schnitzler vom BNE (Bildung nachhaltiger Entwicklung) führte Experimente mit den Schülern durch, in denen sie mit einem Spektran Messgerät die Strahlenbelastung durch Smartphones demonstrierte und nachwies.

Bald mussten die Schüler voneinander Abschied nehmen, was vielen, auf beiden Seiten, sehr schwer fiel. Dank der neuen digitalen Medien wird wohl der Kontakt zueinander nicht so schnell abbrechen. Es war für alle eine Erfahrung fürs Leben. Im nächsten Jahr startet ein neuer Austausch zwischen der Robert-Koch-Schule Linz und der Changqing No 1 High,School Wuhan (China).